Buchweizenkörner auf weißem Hintergrund. Das Bild begleitet die Frage „Ist Buchweizen basisch oder säurebildend?“ und die Einordnung von Buchweizen in der basischen Ernährung.

Ist Buchweizen basisch? Warum das Pseudogetreide eine Sonderrolle einnimmt

Buchweizen sorgt in der basischen Ernährung für Verwirrung wie kaum ein anderes Lebensmittel. Je nach Quelle ist er basisch, schwach säurebildend oder ein sogenannter "guter Säurebildner". Buchweizen passt in keine einfache Schublade, denn er ist kein Getreide, auch wenn sein Name das vermuten lässt. Er gehört zu den Pseudogetreiden, und genau das macht ihn im Säure-Basen-Haushalt zum Sonderfall.

Wer Buchweizen mag, darf sich freuen. Er ist die basisch-freundlichste Getreide-Alternative im Supermarkt. Und als gekeimter Buchweizen verschiebt er sich sogar in den basischen Bereich.

Ist Buchweizen basisch oder sauer? Warum sich die Quellen widersprechen

Das ganze Buchweizenkorn hat einen PRAL-Wert von 3,7. PRAL steht für Potential Renal Acid Load und misst, wie stark ein Lebensmittel die Säurebelastung der Nieren beeinflusst. Positive Werte bedeuten säurebildend, negative basisch. Rein rechnerisch ist Buchweizen damit ein schwacher Säurebildner.

Trotzdem stufen viele Ernährungsratgeber und auch medizinische Portale Buchweizen als basisch ein. Und sie haben gute Gründe dafür. Buchweizen gehört botanisch zu den Knöterichgewächsen und wird als Pseudogetreide bezeichnet. Echte Getreide wie Weizen (PRAL +6,9), Dinkel (+8,8) oder Haferflocken (+10,7) haben deutlich höhere PRAL-Werte. Buchweizen liefert außerdem viel Kalium, Magnesium und Calcium, also genau die Mineralstoffe, die dein Körper zur Säurepufferung braucht.

Wer recht hat? Kommt darauf an, welche Brille man aufsetzt. Die PRAL-Formel betrachtet nur die Säurelast der Nieren und kommt auf +3,7. Die traditionelle Einteilung der basischen Ernährung berücksichtigt auch das Mineralstoffprofil und die botanische Einordnung und stuft Pseudogetreide wie Buchweizen als basisch ein. Im Alltag spielt der Unterschied kaum eine Rolle, weil Buchweizen so nah an der Nulllinie liegt, dass dein Säure-Basen-Haushalt ihn kaum registriert. Er liefert dafür hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Rutin, ein Flavonoid, das die Blutgefäße stärkt.

PRAL-Werte: Buchweizen und Buchweizenprodukte im Vergleich

Bei Reis und Mais gilt die Faustregel: Je stärker verarbeitet, desto höher der PRAL. Bei Buchweizen dreht sich das um. Buchweizenmehl hat einen niedrigeren PRAL als das ganze Korn, und gekeimter Buchweizen verschiebt sich sogar Richtung basisch.

 

Buchweizenprodukt

PRAL-Wert

Anmerkung

Buchweizen (ganzes Korn)

+3,7

Schwach säurebildend

Buchweizenflocken

ca. +3,7

Gewalztes ganzes Korn, ähnlicher PRAL

Buchweizenmehl

ca. -1,8

Leicht basenbildend

Gekeimter Buchweizen

nahe 0

Keimung verbessert Mineralprofil

Gekeimter Buchweizen, die basischste Form

Wer Buchweizen keimen lässt, verändert seine Eigenschaften spürbar. Beim Keimen wird das Enzym Phytase aktiviert, das die in Buchweizen enthaltene Phytinsäure abbaut. Phytinsäure bindet Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Zink und macht sie für den Körper schwerer verfügbar. Weniger Phytinsäure bedeutet bessere Mineralstoffaufnahme. Der effektive PRAL wandert dadurch Richtung basisch.

Gekeimter Buchweizen ist deshalb in der basischen Küche besonders beliebt. Er lässt sich roh ins Müsli geben, über Salate streuen oder zu Bratlingen verarbeiten. Die Keimung dauert nur ein bis zwei Tage und gelingt ohne Spezialequipment. Buchweizen waschen, in Wasser einweichen, abgießen und feucht halten, bis die Keimlinge sichtbar werden. Fertig.

Buchweizenmehl und Buchweizennudeln

Buchweizenmehl überrascht mit einem PRAL von ca. -1,8, also leicht basisch. Anders als bei Weizen oder Mais wird Buchweizen beim Mahlen nicht saurer, sondern basischer. Das macht Buchweizenmehl zu einer willkommenen Backzutat in der basischen Ernährung. Buchweizenbrot, Buchweizenpfannkuchen und Buchweizenwaffeln sind damit deutlich basisch-freundlicher als ihre Pendants aus Weizen- oder Dinkelmehl. Da Buchweizen glutenfrei ist, fehlt im Teig allerdings das Klebereiweiß, weshalb reines Buchweizenmehl etwas anders verarbeitet wird.

Buchweizennudeln, etwa die japanischen Soba-Nudeln, liegen je nach Zusammensetzung zwischen dem Mehl und dem ganzen Korn. Reine Buchweizennudeln aus 100 % Buchweizenmehl bleiben im milden Bereich. Viele handelsübliche Soba-Nudeln enthalten allerdings einen Anteil Weizenmehl, was den PRAL nach oben verschiebt. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.

Buchweizenflocken als Porridge

Buchweizenflocken werden aus dem ganzen Korn gewalzt und haben einen ähnlichen PRAL wie das unverarbeitete Korn, also im Bereich von +3,7. Als Frühstücksporridge sind sie eine weniger säurebildende Alternative zu Haferflocken (PRAL +10,7). Wer morgens Buchweizenflocken mit frischem Obst kombiniert, startet mit einer fast dreimal geringeren Säurelast in den Tag als mit klassischem Haferbrei. Das ist ein Unterschied, der sich über die Woche summiert.

Buchweizen vs. echtes Getreide, der Pseudogetreide-Vorteil

Wo steht Buchweizen im Vergleich zu anderen Getreidearten? Die Tabelle sortiert die gängigsten Sorten nach PRAL und zeigt, warum Buchweizen so oft als "basisch" empfohlen wird.

 

Getreide / Pseudogetreide

PRAL-Wert

Einordnung

Reis, geschält (gekocht)

+1,7

Sehr schwach säurebildend

Buchweizen (ganzes Korn)

+3,7

Schwach säurebildend

Mais (ganzes Korn)

+3,8

Schwach säurebildend

Roggenmehl

+4,4

Moderat säurebildend

Gerste (ganzes Korn)

+5,0

Moderat säurebildend

Weizenmehl

+6,9

Moderat säurebildend

Amaranth (Samen)

+7,5

Stärker säurebildend

Hirse (ganzes Korn)

+8,6

Stärker säurebildend

Dinkel (Grünkern)

+8,8

Stärker säurebildend

Haferflocken

+10,7

Stark säurebildend

 

Buchweizen gehört zusammen mit geschältem Reis und Mais zu den drei mildesten Optionen im Getreide-Vergleich. Überraschend dabei: Amaranth hat mit +7,5 einen doppelt so hohen PRAL wie Buchweizen, obwohl er ebenfalls ein Pseudogetreide ist. Auch Hirse (+8,6), die in der basischen Ernährung häufig empfohlen wird, bildet deutlich mehr Säure. Wer seinen Säure-Basen-Haushalt entlasten möchte, ohne auf Sättigungsbeilagen zu verzichten, ist mit Buchweizen gut beraten. Noch besser schneiden nur Kartoffeln ab, die mit einem PRAL von -4,0 tatsächlich basisch wirken.

Buchweizen-Crêpes auf einem Holzbrett mit Buchweizenkörnern - eine Möglichkeit, Buchweizen in der basischen Ernährung zu verwenden.

Passt Buchweizen in eine basische Ernährung?

Mit einem PRAL von 3,7 passt Buchweizen in jedes basenbetonte Konzept. Bei der 80/20-Regel fällt er in die 20 Prozent erlaubter Säurebildner und belastet den Säure-Basen-Haushalt weit weniger als Brot, Nudeln oder Haferflocken. Eigentlich muss man sich bei Buchweizen keine Gedanken machen.

Ist Buchweizen beim Basenfasten erlaubt?

Beim strikten Basenfasten sind echte Getreideprodukte tabu. Für Buchweizen als Pseudogetreide gelten je nach Konzept andere Regeln. Die Wacker-Methode erlaubt gekeimten Buchweizen ausdrücklich, weil er durch die Keimung als basenbildend gilt. Ungekeimter Buchweizen wird in manchen Basenfasten-Programmen toleriert, in strengeren Varianten aber ausgeschlossen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift während einer Basenfasten-Kur zur gekeimten Variante oder weicht auf Kartoffeln und Süßkartoffeln aus.

3 Tipps, wie du Buchweizen basisch-freundlich einsetzt

Du musst bei Buchweizen eigentlich kaum etwas beachten, so mild ist er. Trotzdem gibt es ein paar Kniffe, mit denen du das Maximum herausholst.

1. Buchweizen keimen statt nur kochen. Gekeimter Buchweizen hat ein besseres Mineralprofil und weniger Phytinsäure als das ungekeimte Korn. Er ist roh genießbar und schmeckt leicht nussig. Ins Müsli, über den Salat oder als Basis für Bratlinge: Gekeimter Buchweizen ist vielseitig und gleichzeitig die basischste Form.

2. Mit basischem Gemüse kombinieren. Ein Buchweizen-Porridge mit Spinat (PRAL -14,0) und Pilzen oder Buchweizenpfannkuchen mit Gemüsefüllung ergeben in der Gesamtbilanz eine basisch-freundliche Mahlzeit. Die Gemüseportion sollte dabei größer sein als die Buchweizenportion.

3. Buchweizenmehl als Backzutat nutzen. Mit einem PRAL von ca. -1,8 ist Buchweizenmehl eine der wenigen Mehlsorten, die tatsächlich basisch wirken. Buchweizenbrot oder Buchweizenwaffeln sind damit für den Säure-Basen-Haushalt deutlich besser als Backwaren aus Weizen- oder Dinkelmehl. Wer glutenfreies Brot backen möchte, bekommt mit Buchweizenmehl beides auf einmal.

Häufige Fragen rund um Buchweizen und basische Ernährung

Gekochter Buchweizen hat einen ähnlichen PRAL wie das rohe Korn, also im Bereich von +3,7 pro 100 Gramm Trockengewicht. Durch das aufgenommene Kochwasser sinkt der PRAL pro Portion, weil sich die säurebildenden Bestandteile auf eine größere Masse verteilen. In der basischen Ernährung gilt gekochter Buchweizen als unproblematisch.

Aus Säure-Basen-Sicht ist Buchweizen klar im Vorteil. Haferflocken kommen auf einen PRAL von 10,7, also fast dreimal so viel wie Buchweizen mit 3,7. Dazu ist Buchweizen glutenfrei, während Hafer Gluten enthält. Ernährungsphysiologisch sind beide wertvoll, aber wer seinen Säure-Basen-Haushalt im Blick hat, fährt mit Buchweizen besser.

Das hängt vom Rezept ab. Reines Buchweizenbrot aus 100 % Buchweizenmehl ist mit einem PRAL von ca. -1,8 leicht basenbildend und damit eine der wenigen Brotsorten, die tatsächlich basisch sein können. Sobald Weizen-, Dinkel- oder Roggenmehl beigemischt wird, verschiebt sich der PRAL in den sauren Bereich. Wer basisches Brot möchte, sollte auf die Zutatenliste achten.

Buchweizen ist von Natur aus glutenfrei und deshalb für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit geeignet. Da er botanisch kein Getreide ist, enthält er kein Gluten. Vorsicht ist nur bei verarbeiteten Produkten geboten, denn Buchweizennudeln oder Buchweizenbrot können Weizenmehl enthalten. Die Zutatenliste verrät, ob das Produkt tatsächlich glutenfrei ist.

Buchweizen allein behebt keine Übersäuerung, aber er verschlimmert sie auch nicht. Sein PRAL von 3,7 ist so niedrig, dass er den Säure-Basen-Haushalt praktisch nicht belastet. Gezielter helfen basische Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Kartoffeln. Als Sättigungsbeilage zu reichlich Gemüse ist Buchweizen auch bei Übersäuerung eine gute Wahl.

Ob Buchweizen auf deinen Teller darf? Auf jeden Fall. Mit einem PRAL von 3,7 liegt er so nah an der Nulllinie, dass er praktisch neutral ist. Als gekeimter Buchweizen oder Buchweizenmehl kippt er sogar auf die basische Seite. Wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen.

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