Weißer Reis als Symbol für die Frage „Ist Reis basisch?“. Das Bild veranschaulicht die Rolle von Reis in der basischen Ernährung und im Säure-Basen-Haushalt.

Ist Reis basisch? PRAL-Werte, Reissorten und was das für deine Ernährung bedeutet

 

Reis kommt bei vielen von uns fast täglich auf den Teller. Wer sich dann mit basischer Ernährung beschäftigt, stößt schnell auf widersprüchliche Aussagen. Mal gilt Reis als „guter Säurebildner", mal landet er auf der roten Liste. Die Wahrheit ist weniger dramatisch, als es die meisten Tabellen im Netz vermuten lassen.

Was allerdings die wenigsten wissen: Vollkornreis schneidet im Säure-Basen-Vergleich nicht besser ab als weißer Reis, sondern schlechter. Und ob Reis beim Basenfasten erlaubt ist, kommt auf die Sorte an.

Ist Reis basisch oder sauer? Die klare Antwort

Reis ist nicht basisch, sondern ein schwacher Säurebildner. Gekochter weißer Reis kommt auf einen PRAL-Wert von etwa 1,7. Zum Vergleich: Gouda liegt bei 18,6, Hähnchenbrust bei 8,7 und Haferflocken bei 10,7. Reis wirkt also rund zehnmal schwächer säurebildend als Käse.

PRAL steht für Potential Renal Acid Load und misst, wie stark ein Lebensmittel die Säurebelastung deiner Nieren beeinflusst. Positive Werte bedeuten säurebildend, negative basisch. Mit 1,7 liegt Reis so dicht an der Nulllinie, dass er deinen Säure-Basen-Haushalt nur minimal beeinflusst. Dafür liefert er B-Vitamine, Magnesium und Mangan, also Nährstoffe, die dein Körper täglich braucht. Er belastet kaum und nährt trotzdem.

Welcher Reis ist basisch? PRAL-Werte im Vergleich

Nicht jede Reissorte wirkt gleich. Die Unterschiede hängen von der Verarbeitung, dem Proteingehalt und der Zubereitung ab, und manche davon sind überraschend.

 

Reissorte

PRAL-Wert

Anmerkung

Weißer Reis (geschält, gekocht)

ca. 1,7

Leicht säurebildend

Parboiled Reis (gekocht)

ca. 1,7

Ähnlich wie weißer Reis

Basmati-Reis (weiß, gekocht)

ca. 1,5–2,0

Ähnlich wie weißer Reis

Jasminreis (weiß, gekocht)

ca. 1,5–2,0

Ähnlich wie weißer Reis

Vollkornreis (trocken)

ca. 12,5

Mehr Protein = höherer PRAL

Reis, geschält (trocken)

ca. 4,6

Trockenwert, sinkt beim Kochen

Gekeimter Naturreis

negativ

Einzige basische Reisform

 

Viele PRAL-Tabellen im Netz geben Werte für trockenen, rohen Reis an. Das verwirrt, weil Reis beim Kochen Wasser aufnimmt und sich die Nährstoffe auf eine größere Masse verteilen. Der PRAL-Wert sinkt dadurch deutlich. Der praxisrelevante Wert für gekochten weißen Reis liegt bei 1,7, und den solltest du als Orientierung nehmen.

Weißer Reis und Parboiled-Reis

Weißer Reis und Parboiled-Reis sind die Alltagsklassiker. Gekocht liegen beide mit einem PRAL von rund 1,7 im niedrigen säurebildenden Bereich. Beim Polieren geht zwar die nährstoffreiche Silberhaut verloren, dafür wird der Reis leichter verdaulich. Für den Säure-Basen-Haushalt sind beide Sorten unkompliziert, weil schon eine ordentliche Portion Gemüse auf dem Teller die schwache Säurelast ausgleicht.

Vollkornreis und brauner Reis

Hier kommt die Überraschung: Vollkornreis ist aus Säure-Basen-Sicht nicht automatisch besser als weißer Reis. Im trockenen Zustand kommt ungeschälter Reis auf einen PRAL von 12,5, geschälter dagegen nur auf 4,6. Der Grund liegt in der PRAL-Formel, die Protein und Phosphor stark gewichtet, und von beidem steckt mehr in Vollkornreis als in der geschälten Variante. Zwar enthält Vollkornreis auch mehr Magnesium und Kalium, die basisch wirken, doch im PRAL-Rechner überwiegt der Proteineffekt.

Das heißt nicht, dass du Vollkornreis meiden solltest. Er liefert mehr Ballaststoffe, hält länger satt und versorgt dich mit einem breiteren Spektrum an Mikronährstoffen. Für die tägliche Ernährung bleibt er eine gute Wahl, nur eben nicht die basischere.

Basmati-Reis und Jasminreis

In polierter Form verhalten sich Basmati und Jasminreis im Säure-Basen-Haushalt praktisch wie weißer Reis. Beide gibt es auch als Vollkornvariante, die dann denselben höheren PRAL mitbringt wie brauner Reis. Geschmacklich liegen Welten zwischen den Sorten, aber für die Säure-Basen-Bilanz macht es keinen Unterschied, welche du wählst.

Gekeimter Reis, die basische Ausnahme

Gekeimter Naturreis ist die einzige Reisform, die tatsächlich basisch wirkt. Beim Keimen verändert sich die Zusammensetzung des Korns grundlegend. Phytinsäure wird abgebaut, gebundene Mineralstoffe werden freigesetzt und der Körper kann sie besser aufnehmen. Unterm Strich verschiebt sich das Verhältnis so, dass gekeimter Reis einen negativen PRAL erreicht. Er ist deshalb auch beim strikten Basenfasten erlaubt und eignet sich für alle, die Reis genießen möchten, ohne ihre Säure-Basen-Bilanz zu belasten.

Passt Reis in eine basische Ernährung?

Ob Reis in deinen Ernährungsplan passt, hängt davon ab, wie konsequent du es angehst. Wer sich im Alltag basenbetont ernährt, hat mehr Spielraum als jemand, der eine strikte Basenfasten-Kur macht. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen darf Reis bleiben.

Die 80/20-Regel: Warum Reis trotzdem auf den Teller darf

Bei einer dauerhaft basenbetonten Ernährung empfehlen die meisten Konzepte die 80/20-Regel. Etwa 80 Prozent deiner Lebensmittel sollten basisch wirken, die restlichen 20 Prozent dürfen moderat säurebildend sein. Reis gehört mit seinem niedrigen PRAL klar in diese 20 Prozent und belastet dein Säure-Basen-Gleichgewicht weit weniger als andere Getreidesorten, Brot, Nudeln oder Fleisch. Eine Portion Reis mit reichlich Gemüse ist kein Widerspruch zur basischen Ernährung, sondern bringt Abwechslung auf den Teller.

Basenfasten: Warum Reis hier meistens tabu ist

Beim strikten Basenfasten, etwa nach der Wacker-Methode, sind sämtliche Getreideprodukte ausgeschlossen, egal wie niedrig ihr PRAL ist. Das gilt auch für Reis in seiner herkömmlichen Form. Die einzige Ausnahme: gekeimter Naturreis. Weil er basisch wirkt, darf er beim Basenfasten auf den Teller, am besten zusammen mit basischem Gemüse, sodass der Gemüseanteil mindestens doppelt so groß ist wie der Reis.

Ein paar Sushi-Rollen mit Reis, Lachs und Noriblättern gestapelt

3 Tipps, damit Reis basisch-freundlicher wird

Du musst Reis nicht vom Speiseplan streichen. Mit diesen drei Alltagstricks verträgt er sich bestens mit einer basenbetonten Ernährung.

1. Mit basischen Beilagen kombinieren. Der einfachste und wirksamste Weg: mehr Gemüse auf dem Teller. Spinat (PRAL -14,0), Brokkoli (PRAL -1,2) oder Zucchini gleichen die schwache Säurelast von Reis spielend aus. Die Gemüseportion sollte dabei mindestens doppelt so groß sein wie die Reisportion. Ein Gemüse-Curry mit einer kleinen Portion Reis ist ein gutes Beispiel für eine Mahlzeit, die in der Gesamtbilanz basisch-freundlich ausfällt.

2. Gekeimten Reis ausprobieren. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann gekeimten Naturreis testen. Er schmeckt mild-nussig, hat eine etwas weichere Textur als herkömmlicher Vollkornreis und ist die einzige Reissorte, die basisch wirkt. Gekeimten Reis gibt es mittlerweile sowohl im Bioladen als auch online.

3. Die Sorte bewusst wählen. Wenn dir der Säure-Basen-Aspekt wichtig ist, gekeimter Reis aber nicht in Frage kommt, bleib ruhig beim klassischen weißen Reis oder Parboiled-Reis. Deren PRAL ist am niedrigsten, und sie lassen sich am leichtesten mit basischen Beilagen kombinieren.

Kartoffeln sind auch basisches Gemüse.

Reis vs. Kartoffel: Was ist basischer?

Kartoffeln gewinnen den Beilagen-Vergleich deutlich. Mit einem PRAL von etwa -4,0 wirken sie stark basenbildend, während gekochter Reis mit +1,7 schwach säurebildend ist. Wer seinen Säure-Basen-Haushalt gezielt entlasten möchte, kann Reis ab und zu durch Kartoffeln oder Süßkartoffeln ersetzen.

Reis hat dafür andere Stärken. Er ist glutenfrei, leicht verdaulich und weltweit eine der wichtigsten Kohlenhydratquellen. In einer ausgewogenen, basenbetonten Ernährung haben beide Beilagen ihren Platz, und es kommt eher auf die Mischung über den Tag an als auf einzelne Lebensmittel.

Häufige Fragen rund um Reis und basische Ernährung

Gekeimter Naturreis ist die einzige Reisform, die basisch wirkt. Alle anderen Sorten, ob weiß, braun, Basmati, Jasmin oder Parboiled, sind schwache Säurebildner, wobei die Unterschiede zwischen den polierten Sorten gering sind. Wer nicht auf Reis verzichten, aber möglichst basenfreundlich essen möchte, greift am besten zu gekeimtem Reis.

Bei Übersäuerung ist Reis weder Ursache noch Lösung. Sein PRAL von 1,7 ist so niedrig, dass er den Säure-Basen-Haushalt kaum belastet. Gezielter helfen basische Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Kartoffeln. Als Beilage mit reichlich Gemüse ist Reis aber auch bei Übersäuerung unbedenklich.

Die Zubereitungsmethode allein verändert den PRAL von Reis nicht. Was du aber beeinflussen kannst, ist die Gesamtbilanz der Mahlzeit. Ein Reisgericht mit reichlich Gemüse, frischen Kräutern und einem Spritzer Zitrone ergibt zusammengenommen eine basisch-freundliche Mahlzeit, auch wenn der Reis selbst ein schwacher Säurebildner bleibt.

Reis passt gut in eine moderat basische Ernährung nach der 80/20-Regel und zählt dort zu den guten Säurebildnern. Beim strikten Basenfasten ist herkömmlicher Reis tabu, gekeimter Naturreis dagegen erlaubt. Die einfache Faustregel für den Alltag: Reis mit Gemüse kombinieren, dann steht dem Genuss aus Säure-Basen-Sicht nichts im Weg.

Ob Reis auf deinen Teller darf? Auf jeden Fall. Gekochter weißer Reis liegt mit einem PRAL von 1,7 weit entfernt von den echten Säurebombern wie Käse, Fleisch oder Haferflocken. Wer gekeimten Reis ausprobiert, mit Gemüse kombiniert und die 80/20-Regel im Blick behält, muss sich um seinen Säure-Basen-Haushalt keine Sorgen machen. Wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen. Und falls du wissen willst, wie andere Lebensmittel im Vergleich abschneiden, schau dir zum Beispiel unsere Ratgeber zu ähnlich milden Sorten Buchweizen und Mais an.

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