Marinierte Tofuwürfel aus Soja mit Sesam auf einem Teller. Das Bild begleitet die Frage „Ist Soja basisch oder säurebildend?“ und die Einordnung von Tofu in der basischen Ernährung.

Basische Proteinquellen: Welche Eiweiße deinen Säure-Basen-Haushalt unterstützen

Eiweiß ist für deinen Körper unverzichtbar. Es steckt in Muskeln, Haut, Haaren und unzähligen Stoffwechselprozessen. Gleichzeitig gelten viele klassische Proteinquellen wie Fleisch, Fisch oder Käse als säurebildend. Wenn du dich basisch ernähren möchtest, heißt das aber nicht, dass Protein zum Problem wird. Es kommt vor allem darauf an, die richtigen Eiweißlieferanten zu kennen und geschickt miteinander zu kombinieren. Manche davon wirst du wahrscheinlich schon regelmäßig essen, ohne zu wissen, wie gut sie für deinen Säure-Basen-Haushalt sind.

Hier erfährst du, welche pflanzlichen und tierischen Proteinquellen basisch oder basenbildend wirken, welche eher schwach säurebildend sind und wie du beides in deinem Alltag zusammenbringst.

Warum der Säure-Basen-Haushalt bei der Proteinwahl eine Rolle spielt

Dein Körper reguliert seinen pH-Wert eigenständig, dafür sorgen Lunge, Nieren und verschiedene Puffersysteme. Die Ernährung kann dabei allerdings einen großen Einfluss darauf haben, wie stark diese Systeme beansprucht werden. Lebensmittel, die im Stoffwechsel viele Säuren freisetzen, fordern die körpereigene Regulation stärker heraus als solche, die basenbildend wirken.

Proteinreiche Lebensmittel enthalten oft schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystein. Beim Abbau dieser Aminosäuren entstehen Sulfate, die den Körper belasten können. Deshalb gelten viele eiweißreiche Lebensmittel, vor allem tierische, als säurebildend.

Heißt das, Protein ist grundsätzlich schlecht für deinen Säure-Basen-Haushalt? Nein. Entscheidend ist die Gesamtbilanz. Wenn du säurebildende Proteinquellen mit reichlich basischem Gemüse, basischem Obst und basischen Getränken kombinierst, bleibt dein Haushalt im Gleichgewicht.

Pflanzliche basische Proteinquellen

Pflanzliche Eiweißlieferanten schneiden im Säure-Basen-Vergleich oft besser ab als tierische. Viele von ihnen sind nur schwach säurebildend oder sogar nahezu neutral, weil sie neben Protein auch reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Calcium mitbringen.

Erbsen, Bohnen und Kichererbsen auf Keramiklöffeln

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und wichtige Mineralstoffe in einem. Besonders Linsen sind hier interessant, denn sie zählen zu den proteinreichsten pflanzlichen Lebensmitteln und wirken je nach Zubereitung nur schwach säurebildend bis neutral. Mit rund 9 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm (gekocht) sind sie eine gute Grundlage für pflanzliche Mahlzeiten.

Auch Kichererbsen, Bohnen und Erbsen sind wertvolle Eiweißlieferanten, die sich gut in eine basenbetonte Ernährung einfügen. Sie enthalten viel Kalium, das zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt beiträgt.

Mehr dazu findest du in unserem Artikel Sind Linsen basisch?.

Walnüsse vor einem weißen Hintergrund begleiten die Frage, ob Walnüsse basisch sind

Nüsse und Samen

Unter den Nüssen gelten Maronen als klar basenbildend, mit rund 3 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm sind sie allerdings keine ergiebige Proteinquelle. Mandeln liefern deutlich mehr Protein, rund 21 Gramm pro 100 Gramm, werden allerdings je nach Klassifikationssystem unterschiedlich eingestuft. Nach der wissenschaftlichen PRAL-Berechnung sind sie leicht säurebildend, in anderen Systemen gelten sie als basisch. Fest steht, dass Mandeln den Säure-Basen-Haushalt im Vergleich zu Fleisch oder Hartkäse wesentlich weniger belasten.

Leinsamen, Chiasamen und Kürbiskerne enthalten ebenfalls beachtliche Mengen pflanzliches Protein. Eine Handvoll im Müsli, über den Salat gestreut oder im Smoothie reicht schon, um deinen Eiweißhaushalt sinnvoll zu ergänzen.

Vegane Asia-Bowl mit gebratenem Tofu, Reisnudeln, Paprika, Koriander, Frühlingszwiebeln und Sesam in weißer Schale.

Tofu, Tempeh und Soja

Sojaprodukte wie Tofu und Tempeh werden in der basischen Ernährung häufig diskutiert. Tofu schneidet im Säure-Basen-Vergleich je nach Sorte unterschiedlich ab: Weicher Tofu mit weniger Protein kann nahezu neutral wirken, während fester Tofu mit höherem Eiweißgehalt eher im schwach bis moderat säurebildenden Bereich liegt. Fermentiertes Tempeh ist aufgrund seines hohen Eiweißgehalts von rund 19 Gramm pro 100 Gramm moderat säurebildend, belastet den Säure-Basen-Haushalt aber weniger als Fleisch und deutlich weniger als Hartkäse. Beide liefern alle essenziellen Aminosäuren und lassen sich vielseitig zubereiten.

Tierische Proteinquellen im Säure-Basen-Check

Tierische Lebensmittel sind im Durchschnitt stärker säurebildend als pflanzliche. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede, und manche tierische Proteinquellen belasten den Säure-Basen-Haushalt nur geringfügig. Ein Blick auf die Einzelwerte lohnt sich, bevor du pauschal auf alle tierischen Produkte verzichtest.

Gekochtes Ein in einem weißen stilvollen Eierbecher mit einer roten Blüte und einem Löffel

Eier

Eier sind ein Sonderfall unter den tierischen Proteinquellen. Mit rund 13 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm gehören sie zu den hochwertigen Eiweißlieferanten. Ihr PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load) liegt im moderat säurebildenden Bereich, vergleichbar mit Geflügel. Verglichen mit Hartkäse fällt die Säurebelastung aber deutlich geringer aus.

Wer Eier mit reichlich Gemüse kombiniert, zum Beispiel als Omelette mit Spinat und Tomaten, gleicht die leichte Säurelast mühelos aus.

Einen ausführlichen Überblick bekommst du in unserem Ratgeber Sind Eier basisch?.

Verschiedene Milchprodukte wie Milch, Frischkäse, Hartkäse, Weichkäse und geriebener Käse drapiert auf einem Stück Holz auf einer Wiese.

Milchprodukte

Bei Milchprodukten fallen die Unterschiede teils sehr groß aus. Während Hartkäse zu den stärksten Säurebildnern unter den Lebensmitteln zählt, schneiden andere Milchprodukte deutlich besser ab.

Joghurt ist nur schwach säurebildend und liefert gleichzeitig wertvolle Milchsäurebakterien, die deine Darmflora unterstützen. Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz ist hier die beste Wahl. Alles Weitere erfährst du in unserem Beitrag Ist Joghurt basisch?.

Quark enthält besonders viel Eiweiß, rund 12 Gramm pro 100 Gramm. Sein PRAL-Wert ist allerdings deutlich höher als bei Joghurt und liegt im stärker säurebildenden Bereich. Trotzdem lässt sich Quark gut in eine basenbetonte Ernährung einbauen, wenn du ihn mit frischem Obst, Leinöl und reichlich Gemüse als Beilage kombinierst. Mehr dazu liest du in unserem Artikel Ist Quark basisch?.

Skyr hat in den letzten Jahren als proteinreiche Alternative zu Joghurt und Quark an Beliebtheit gewonnen. Mit etwa 11 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm und einem niedrigen Fettgehalt ist Skyr ernährungsphysiologisch interessant. Gesicherte PRAL-Daten für Skyr liegen bisher nicht vor, aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung ist er aber vermutlich ebenfalls stärker säurebildend als Joghurt. Weitere Details zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber Ist Skyr basisch?.

Butter nimmt eine Sonderstellung ein, denn sie besteht fast ausschließlich aus Fett und enthält kaum Eiweiß. Ihr PRAL-Wert liegt nahe null, weshalb Butter den Säure-Basen-Haushalt praktisch nicht beeinflusst. Als Proteinquelle spielt sie allerdings keine nennenswerte Rolle. Alle Informationen dazu haben wir im Artikel Ist Butter basisch? zusammengefasst.

Basische Proteinquellen auf einen Blick

Wie schneiden verschiedene Proteinquellen im Säure-Basen-Vergleich ab? Diese Tabelle gibt dir eine schnelle Orientierung:

 

Lebensmittel

Eiweiß (ca. pro 100 g)

Säure-Basen-Wirkung

Tofu*

12 g

nahezu neutral bis schwach säurebildend

Maronen

3 g

basenbildend

Butter

0,7 g

nahezu neutral

Joghurt (natur)

5 g

schwach säurebildend

Linsen (gekocht)

9 g

schwach säurebildend

Kichererbsen (gekocht)*

9 g

schwach bis moderat säurebildend

Mandeln

21 g

moderat säurebildend

Tempeh

19 g

moderat säurebildend

Eier

13 g

moderat säurebildend

Hähnchenbrust

23 g

moderat säurebildend

Skyr*

11 g

vermutlich stärker säurebildend

Quark (Magerstufe)

12 g

stärker säurebildend

Hartkäse

25 g

stark säurebildend

 

Die Einordnung basiert auf dem PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load). Je negativer der Wert, desto basischer wirkt ein Lebensmittel. Je positiver, desto stärker säurebildend. *Für Tofu, Kichererbsen (gekocht) und Skyr liegen keine gesicherten PRAL-Werte aus Primärquellen vor. Die Einordnung basiert auf Schätzungen anhand der Nährstoffzusammensetzung. Der PRAL-Wert von Tofu variiert je nach Sorte und Herstellung erheblich.

Tipps für eine basische Proteinversorgung im Alltag

Du musst keine strenge Basenkur machen, um von einer basenbetonten Ernährung zu profitieren. Schon kleine Anpassungen können viel bewirken.

Am einfachsten gelingt der Einstieg, wenn du pflanzliche und tierische Eiweißquellen bewusst kombinierst. Eine Mahlzeit aus Linsen, Gemüse und einem Ei liefert hochwertiges Protein aus verschiedenen Quellen und bleibt in der Gesamtbilanz ausgewogen.

Versuche außerdem, bei jeder Mahlzeit mindestens die Hälfte des Tellers mit basischem Gemüse zu füllen. Auf diese Weise gleichst du selbst stärker säurebildende Proteinquellen mühelos aus. Und wer zwischendurch zu einer Handvoll Mandeln oder Kürbiskernen greift, bekommt eine Portion Protein, die den Säure-Basen-Haushalt weit weniger belastet als ein Stück Käse.

Bei Milchprodukten lohnt sich der Griff zu Joghurt statt zu Hartkäse. Der Unterschied im PRAL-Wert ist erheblich, und du profitierst gleichzeitig von den Milchsäurebakterien. Quark hat zwar viel Eiweiß, ist aber stärker säurebildend als viele denken, weshalb reichlich Gemüse und Obst als Beilage hier besonders wichtig sind.

Neben der Ernährung kannst du deinen Körper auch mit Basenmineralstoffen unterstützen. Unser Urbase Basenmineralpulver enthält unter anderem Zink, das zu einem normalen Säure-Basen-Stoffwechsel beiträgt. Schau dich gerne bei uns im Shop um.

Häufig gestellte Fragen zu basischen Proteinquellen

Klar basenbildende Proteinquellen wie Maronen liefern zwar Eiweiß, reichen für den täglichen Bedarf aber meist nicht aus. Auch nahezu neutrale Quellen wie weicher Tofu decken allein nicht genug ab. Die bessere Strategie ist eine Kombination aus basenbildenden und schwach bis moderat säurebildenden Proteinquellen, ergänzt durch viel Gemüse und Obst.

Pflanzliche Proteinquellen sind nicht automatisch basisch. Getreide und manche Hülsenfrüchte können durchaus säurebildend sein. Entscheidend ist der Mineralstoffgehalt: Lebensmittel mit viel Kalium, Calcium und Magnesium wirken tendenziell basenbildend.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Bei körperlich aktiven Menschen oder in bestimmten Lebensphasen wie den Wechseljahren kann der Bedarf höher ausfallen.

Basische Ernährung bedeutet nicht unbedingt, dass du auf Fleisch oder Fisch verzichten musst. Es geht um ein gutes Verhältnis, denn wenn du Fleisch oder Fisch mit reichlich Gemüse, Salat und basischen Beilagen kombinierst, bleibt deine Gesamtbilanz im Gleichgewicht.

So bringst du Protein und Säure-Basen-Gleichgewicht zusammen

Eine ausreichende Proteinversorgung und ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt passen gut zusammen, wenn du auf Vielfalt setzt. Kombiniere pflanzliche Eiweißquellen wie Linsen, Tofu und Nüsse mit tierischen Produkten wie Joghurt oder Eiern. Ergänze jede Mahlzeit mit reichlich Gemüse und Obst, und dein Körper bekommt alles, was er braucht.

Wenn du mehr über die einzelnen Lebensmittel erfahren möchtest, findest du hier unsere ausführlichen Ratgeber:

Und wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du in unserem Shop unser hochwertiges Urbase Basenmineralpulver.

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