Backzutaten wie Mehl, Eier, Butter und Zucker liegen auf einer hellen Arbeitsfläche verteilt. In einer Schüssel befindet sich ein cremiger Teig mit Schneebesen – bereit zum Backen von Plätzchen nach Hildegard von Bingen.

Ist Butter basisch? Warum sie unter den Milchprodukten eine Sonderrolle spielt

Milchprodukte gelten in der basischen Ernährung als säurebildend, und für die meisten von ihnen stimmt das auch. Hartkäse, Quark und Joghurt landen auf der sauren Seite der PRAL-Tabelle. Butter fällt aus der Reihe.

Sie besteht zu rund 82 Prozent aus Fett und enthält kaum noch Eiweiß. Genau das macht den Unterschied: Der PRAL-Wert hängt vor allem vom Eiweißgehalt ab, und davon hat Butter fast nichts. Mit einem PRAL-Wert von etwa 0,6 ist sie praktisch neutral und belastet deinen Säure-Basen-Haushalt so gut wie nicht.

Wenn du dich basenbetont ernährst oder gerade mit dem Basenfasten liebäugelst, lohnt sich ein genauer Blick auf dieses Milchprodukt. Denn Butter ist nicht gleich Käse, auch wenn beide aus Milch gemacht werden.

 

Was der PRAL-Wert über Butter verrät

PRAL steht für Potential Renal Acid Load und beschreibt, wieviel Säure der Körper bei der Verstoffwechselung eines Lebensmittels produziert und wieviel dieser Säure über die Nieren durch den Urin ausgeschieden wird. Positive Werte bedeuten, dass das Produkt säurebildend ist, Ein negativer PRAL-Wert beschreibt basenbildende Lebensmittel. Werte um null sind neutral.

Butter kommt auf einen PRAL-Wert von etwa 0,6. Gouda liegt zum Vergleich bei ca. 18,6, Parmesan sogar bei ca. 34,2. Alle drei sind Milchprodukte, und trotzdem belastet Butter deinen Körper wesentlich weniger als Parmesan.

Woran das liegt? Am Eiweiß. Butter enthält weniger als ein Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, Parmesan dagegen rund 36 Gramm. Beim Eiweißabbau entstehen Sulfate, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Je weniger Protein ein Lebensmittel enthält, desto geringer fällt die Säurelast aus. Da Butter fast ausschließlich aus Fett besteht, spielt dieser Effekt bei ihr praktisch keine Rolle.

Butter im Vergleich: So schneidet sie neben Käse, Joghurt und Co. ab

Nicht alle Milchprodukte sind gleich, auch wenn sie oft pauschal als „säurebildend" abgestempelt werden. Die folgende Tabelle zeigt, warum sich ein Blick auf die einzelnen Werte lohnt, bevor du Milchprodukte pauschal von deinem Speiseplan streichst.

 

Milchprodukt

PRAL-Wert (mEq/100 g)

Parmesan

34,2

Gouda

18,6

Quark (mager)

11,1

Joghurt (natur)

1,5

Kuhmilch

0,7

Butter

0,6

 

Zwischen Parmesan und Butter liegen Welten, obwohl beides aus Milch hergestellt wird. Der Eiweißgehalt macht hier den Unterschied bei der basenbetonten Ernährung (PRAL Werten), denn Hartkäse ist konzentriertes Eiweiß, Butter konzentriertes Fett.

Für dich bedeutet das: Wenn du bei einer basenbetonten Ernährung Milchprodukte nicht komplett streichen möchtest, ist Butter die "bessere" Wahl. Ein Stück auf dem Brot oder ein Esslöffel in der Pfanne fällt in deiner Säurebilanz kaum ins Gewicht.
Eine Anmerkung: Je nach Quelle sind die PRAL Werte der Lebensmittel leicht unterschiedlich, sie sind deshalb als Circa-Werte zu verstehen.

Butter mit Ei, Mehl, Milch und weiteren Backzutaten auf einer Arbeitsfläche. Das Bild begleitet die Frage „Ist Butter basisch oder säurebildend?“ im Zusammenhang mit der basischen Ernährung.

Butter beim Basenfasten und in der basenbetonten Ernährung

Obwohl Butter einen PRAL-Wert nahe null hat, ist sie beim strikten Basenfasten nicht erlaubt. Das klingt widersprüchlich, hat aber einen einfachen Grund: Beim Basenfasten werden alle tierischen Produkte ausgeschlossen, unabhängig von ihrem PRAL-Wert. Butter ist und bleibt ein tierisches Fett.

Bei einer dauerhaft basenbetonten Ernährung nach der 80/20-Regel sieht das anders aus. Hier ist Butter kein Problem. Mit ihrem PRAL-Wert von 0,6 fällt sie nicht einmal spürbar in die Säurebilanz. Du kannst sie ganz normal zum Kochen, Backen und als Brotaufstrich verwenden, ohne dass sich das auf deinen Säure-Basen-Haushalt auswirkt.

Beim Basenfasten gibt es trotzdem gute Alternativen, wenn du den Buttergeschmack vermisst:

  • Kokosöl eignet sich gut zum Braten und hat einen PRAL-Wert von 0. Es bringt einen leicht süßlichen Geschmack mit, der besonders in der asiatischen Küche gut passt. Da Kokosöl aber zu 80 % bis 90 % aus gesättigten Fettsäuren besteht und somit das „schlechte" LDL-Cholesterin erhöhen kann, sollte es sparsam eingesetzt werden.
  • Olivenöl ist die klassische Alternative für kalte Anwendungen und leichtes Dünsten und ist ebenfalls PRAL-neutral und reich an einfach ungesättigten Fettsäuren.
  • Ghee, also geklärte Butter, wird beim Basenfasten unterschiedlich gehandhabt. Da beim Klären die letzten Milcheiweißreste entfernt werden, stufen manche Ernährungsberater Ghee als neutral ein. Beim strengen Basenfasten wird es trotzdem ausgeschlossen, weil die Herkunft tierisch bleibt.

Häufige Fragen rund um Butter und basische Ernährung

Ghee hat einen PRAL-Wert von praktisch null, weil beim Klären die restlichen Milcheiweißbestandteile entfernt werden. In der basenbetonten Ernährung ist Ghee unproblematisch. Beim strikten Basenfasten wird es je nach Methode unterschiedlich gehandhabt, da es tierischen Ursprungs ist.

Pflanzliche Margarine ohne Milchbestandteile hat einen PRAL-Wert von -0,5 und wirkt damit sogar leicht basisch. Einige Margarinen enthalten allerdings Molke oder Buttermilch, was den PRAL-Wert leicht erhöht. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.

Ja, Kokosöl ist pflanzlich und PRAL-neutral und damit beim Basenfasten uneingeschränkt erlaubt. Es verträgt hohe Temperaturen und eignet sich gut als Butter-Ersatz in der Pfanne.

Sahne enthält mehr Eiweiß als Butter, aber deutlich weniger als Käse oder Quark. Ihr PRAL-Wert liegt im leicht säurebildenden Bereich. In einer basenbetonten Ernährung ist Sahne in Maßen kein Problem, beim strikten Basenfasten fällt sie als tierisches Produkt weg.

Butter ist kein basisches Lebensmittel, aber das neutralste Milchprodukt in deinem Kühlschrank. Mit einem PRAL-Wert von 0,6 belastet sie deinen Säure-Basen-Haushalt praktisch nicht. Nur beim Basenfasten ist sie tabu, und das liegt nicht an der Säure, sondern daran, dass sie tierischen Ursprungs ist. Wenn du dein Säure-Basen-Gleichgewicht zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die sich unkompliziert in den Alltag einbauen lassen. Und falls du wissen willst, wie andere Lebensmittel im Vergleich abschneiden, schau dir unsere Ratgeber zu basischen Proteinquellen, Eiern und Linsen an.

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