Suppe mit Lauchzwiebeln, Nudeln, Chili, Koriander und einem aufgeschnittenen gekochten Ei in einer tiefen Schüssel

Sind Eier basisch? So wirken sie auf deinen Säure-Basen-Haushalt

 

Eier gehören für viele fest zum Frühstück dazu, ebenso wie Kaffee und frisches Brot. Wer sich dann mit basischer Ernährung beschäftigt, liest überall das Gleiche: Eier sind säurebildend, also Finger weg. So pauschal stimmt das aber nicht.

Eier sind tatsächlich nicht basisch, sondern säurebildend. Ihr PRAL-Wert liegt bei etwa 8,2, was sie im Mittelfeld der tierischen Produkte einordnet. Zwischen „säurebildend" und „sofort streichen" liegt allerdings ein großer Unterschied. Eigelb und Eiweiß wirken überraschend unterschiedlich, und wer seine Eier geschickt kombiniert, muss auf sein Frühstücksei nicht verzichten. In diesem Artikel erfährst du, warum Eier besser sind als ihr Ruf und wie du sie ganz entspannt in deinen Alltag einbaust.

Warum Eier säurebildend wirken und was der PRAL-Wert verrät

Ob ein Lebensmittel basisch oder sauer wirkt, lässt sich am PRAL-Wert ablesen. PRAL steht für Potential Renal Acid Load und gibt an, wie stark ein Lebensmittel die Säurebelastung deiner Nieren beeinflusst. Je höher der Wert, desto stärker die Belastung. Negative Werte bedeuten, dass ein Lebensmittel basisch wirkt.

Ein ganzes Hühnerei kommt auf einen PRAL-Wert von etwa 8,2. Der Grund liegt am hohen Gehalt an Protein und Phosphor. Beim Abbau der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein entstehen Sulfate, die dein Körper über die Nieren ausscheiden muss. Dies trägt zur potenziellen Säurelast deiner Nieren bei.

Überraschend ist dabei der Unterschied zwischen Eigelb und Eiweiß. Das Eigelb trägt mit einem PRAL-Wert von rund 23,4 den Großteil der Säurelast, weil es besonders viel Phosphor enthält. Das Eiweiß dagegen liegt bei nur etwa 1,1 und wirkt damit fast neutral, was gut zu wissen ist, wenn du beim nächsten Omelett ein Eigelb weglässt und dafür ein Extra-Eiweiß nimmst. Ein Omelett aus zwei Eiweiß und einem ganzen Ei belastet deine Säure-Basen-Puffersysteme deutlich weniger als eines aus drei ganzen Eiern.

Eier im Vergleich: Wie stark säurebildend sind sie wirklich?

Eier stehen auf vielen Säure-Basen-Listen pauschal in der Kategorie „säurebildend", direkt neben Hartkäse und Wurst. Ein Blick auf die tatsächlichen PRAL-Werte zeigt, dass Eier dort nicht hingehören.

 

Lebensmittel

PRAL-Wert (mEq/100 g)

Parmesan

34,2

Gouda

18,6

Quark (mager)

11,1

Lachs

9,4

Hähnchenbrust

8,7

Hühnerei (ganz)

8,2

Rindfleisch (mager)

7,8

Kuhmilch

0,7

 

Eier liegen auf dem Niveau von magerem Fleisch oder Fisch. Hartkäse wie Parmesan belastet dein Säure-Basen-Gleichgewicht mehr als viermal so stark wie ein einzelnes Ei. Wer abends gerne Käsebrot isst und morgens auf sein Ei verzichtet, spart an der falschen Stelle.
Anmerkung: die PRAL Werte der Lebensmittel unterscheiden sich je nach Quelle und sind deshalb als Circa-Werte zu verstehen.

Gekochtes Ein in einem weißen stilvollen Eierbecher mit einer roten Blüte und einem Löffel

Passen Eier in eine basische Ernährung?

Das hängt davon ab, wie strikt du es angehst. Beim klassischen Basenfasten, bei dem du für eine begrenzte Zeit komplett auf säurebildende Lebensmittel verzichtest, sind Eier tabu. Das gilt genauso für Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Getreide.

Eine dauerhaft basenbetonte Ernährung ist da großzügiger. Hier gilt die 80/20-Regel: Etwa 80 Prozent deiner Mahlzeiten bestehen aus basischen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Kräutern. Die restlichen 20 Prozent dürfen moderat säurebildende Lebensmittel sein, und dazu gehören auch Eier.

Entscheidend ist nicht das einzelne Lebensmittel, sondern was insgesamt auf deinem Teller landet. Ein Spiegelei neben einem Berg Gemüse? Kein Problem. Drei bis vier Eier pro Woche sind dabei völlig in Ordnung. HIer ein paar Ideen, wie das im Alltag aussehen kann:

  • Gemüse-Omelett: Zwei Eier mit Spinat, Tomaten und frischen Kräutern. Das Kalium und Magnesium aus dem Gemüse gleichen die Säurelast der Eier aus.
  • Pochiertes Ei auf Avocado: Avocado wirkt basisch und ergänzt sich gut mit dem moderaten PRAL-Wert eines einzelnen Eis.
  • Rührei mit Pilzen und Paprika: Pilze gelten als basisch, Paprika liefert viel Vitamin C und Kalium.
Rohes Ei in einer Schüssel mit Mehl als Zutat zum Backen oder Kochen. Das Bild veranschaulicht das Thema „Sind Eier basisch oder säurebildend?“ im Rahmen einer basischen Ernährung.

Basische Alternativen zu Eiern beim Backen und Kochen

Wer beim Basenfasten auf Eier verzichtet oder einfach häufiger ohne kochen möchte, hat mehr Möglichkeiten, als du vielleicht denkst. Das meiste davon steht wahrscheinlich schon in deiner Küche.

  • Leinsamen-Ei: Ein Esslöffel geschrotete Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser verrühren und zehn Minuten quellen lassen. Eignet sich gut für Muffins, Pfannkuchen und Brot. Leinsamen liefern zusätzlich Omega-3-Fettsäuren.
  • Chiasamen-Ei: Gleiche Methode wie beim Leinsamen-Ei. Chiasamen bringen etwas mehr Bindekraft mit und passen gut in dichtere Teige.
  • Apfelmus: Drei Esslöffel ungesüßtes Apfelmus ersetzen ein Ei in feuchten Teigen wie Kuchen oder Waffeln. Äpfel gehören zu den basischen Obstsorten und bringen Pektin als natürliches Bindemittel mit.
  • Reife Banane: Eine halbe zerdrückte Banane ersetzt ein Ei und gibt dem Teig eine natürliche Süße, die gut zu Pfannkuchen und Bananenbrot passt.

Für herzhafte Gerichte wie Bratlinge oder Aufläufe eignen sich Kichererbsenmehl, mit etwas Wasser angerührt, oder Kartoffelstärke als Bindemittel. Mehr zu pflanzlichen Eiweißlieferanten und ihren PRAL-Werten findest du in unserem Artikel über basische Proteinquellen.

Häufige Fragen rund um Eier und basische Ernährung

Bei einer dauerhaft basenbetonten Ernährung nach der 80/20-Regel sind Eier in Maßen erlaubt, weil ihre Säurelast moderat ist und sich mit basischem Gemüse gut ausgleichen lässt. Beim strikten Basenfasten werden Eier dagegen komplett weggelassen.

Drei bis vier Eier pro Woche passen gut in eine basenbetonte Ernährung. Wenn Gemüse, Salat und Kräuter den größeren Teil deines Tellers ausmachen, gleicht dein Körper die Säurebelastung problemlos aus.

Rührei wirkt im Körper säurebildend, weil es aus ganzen Eiern besteht und oft mit Milch oder Butter zubereitet wird. Du kannst die Säurelast verringern, indem du mehr Eiweiß als Eigelb verwendest und das Rührei mit basischem Gemüse wie Spinat, Tomaten oder Pilzen ergänzt.

Besonders gut eignen sich Spinat, Tomaten, Paprika, Pilze, Avocado und frische Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie. Diese Lebensmittel sind stark basisch und gleichen die Säurelast der Eier aus. Auch basische Nüsse wie Maronen passen als Ergänzung.

Eier gehören nicht zu den basischen Lebensmitteln, aber sie gehören auch nicht auf die schwarze Liste. Im Vergleich zu Käse oder verarbeiteten Fleischprodukten fällt ihre Säurebelastung gering aus und mit dem richtigen Gemüse auf dem Teller gleicht sich das Ganze von selbst aus. Wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt darüber hinaus unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen. Und falls du wissen willst, wie andere Proteinquellen im Säure-Basen-Verhältnis abschneiden, schau dir unseren Ratgeber zu basischen Proteinquellen an.

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