Proteinreiche Linsen-Bolognese – nährstoffoptimiertes Rezept für Frauen in den Wechseljahren

Sind Linsen basisch? Was ihr PRAL-Wert verrät und wie Keimen alles ändert

Linsen stecken voller Eiweiß, Eisen und Ballaststoffe, und trotzdem stehen sie auf vielen Säure-Basen-Listen in der Kategorie „säurebildend". Wer sich basisch ernähren möchte, streicht sie deshalb manchmal vorsorglich vom Speiseplan. Das ist schade, denn so einfach ist die Sache bei den Linsen nicht.

Linsen sind tatsächlich säurebildend, aber ihr PRAL-Wert von +3,5 ist so niedrig, dass er im Vergleich zu Fleisch, Käse oder Eiern kaum ins Gewicht fällt. Gleichzeitig liefern sie reichlich Mineralstoffe, die basenbildend wirken. Und wer Linsen keimt, dreht den Effekt sogar komplett um: Gekeimte Linsen sind basisch. In diesem Ratgeber erfährst du, warum Linsen trotz ihres PRAL-Werts zu einer basenbetonten Ernährung passen, wie du sie durch Keimen basisch machst und welche Kombinationen deinen Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht halten.

Linsen im Vergleich: Wie stehen sie neben anderen Lebensmitteln?

Ob ein Lebensmittel basisch oder sauer wirkt, lässt sich am PRAL-Wert ablesen. PRAL steht für Potential Renal Acid Load und gibt an, wie stark ein Lebensmittel bei der Verstoffwechslung Säureprodukte bildet.

Positive Werte stehen für säurebildend, negative für basisch.

Getrocknete Linsen kommen auf einen PRAL-Wert von 3,5. Das klingt erst einmal nach „sauer", ist im Vergleich aber überraschend wenig. Ein Hühnerei liegt bei +8,2, Hähnchenbrust bei +8,7 und Parmesan bei +4,2. Linsen belasten deinen Säure-Basen-Haushalt also rund zehnmal weniger als herkömmlicher Hartkäse.

Hinweis: Insgesamt sind die Fixangaben von PRAL Werten von natürlichen Lebensmitteln schwierig, denn sie variieren je nach Zusammensetzung, Reifegrad etc.

Dass Linsen überhaupt einen positiven Wert haben, liegt an ihrem Proteingehalt. Sie enthalten schwefelhaltige Aminosäuren wie Methionin und Cystein, die beim Abbau Sulfate freisetzen. Gleichzeitig liefern sie aber auch reichlich Kalium, Magnesium und Eisen, also Mineralstoffe, die basisch wirken und die Säurelast teilweise ausgleichen. Genau deshalb stuft die Ernährungswissenschaft Linsen als „gute Säurebildner" ein: Sie belasten den Körper nur leicht und bringen gleichzeitig wertvolle Nährstoffe mit, die dein Körper für viele Funktionen braucht.

Linsen im Vergleich: Wie stehen sie neben anderen Lebensmitteln?

Auf Säure-Basen-Listen stehen Linsen oft pauschal in der Kategorie „sauer", ohne Kontext. Ein Blick auf die tatsächlichen PRAL-Werte zeigt, wie harmlos sie im Vergleich wirklich sind.

 

Lebensmittel

PRAL-Wert (mEq/100 g)

Parmesan

34,2

Gouda

18,6

Hähnchenbrust

8,7

Hühnerei (ganz)

8,2

Linsen (getrocknet)

3,5

Erbsen

1,2

Kuhmilch

0,7

Bohnen, grün

-3,1

Sojabohnen*

-3,4

 

Linsen liegen im unteren Bereich der säurebildenden Lebensmittel, deutlich näher an den basischen grünen Bohnen als an Fleisch oder Käse. Wer abends Käsebrot isst und dafür mittags auf seinen Linseneintopf verzichtet, macht sich mehr Sorgen als nötig.

Unter den Hülsenfrüchten schneiden grüne Bohnen und Sojabohnen am besten ab, sie wirken sogar basisch. Erbsen liegen mit 1,2 noch niedriger als Linsen. Dafür sind Linsen der nährstoffreichste Vertreter der Gruppe: Mit rund 24 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm (getrocknet) liefern sie mehr Protein als die meisten anderen Hülsenfrüchte. Im Alltag kommt es also weniger darauf an, ob ein einzelnes Lebensmittel säurebildend ist, sondern wie du deine Mahlzeiten insgesamt zusammenstellst. Die 80/20 Regel wird hier gerne empfohlen - das bedeutet, 80 basenbildende und 20% gute Säurebildner in eine Mahlzeit aufzunehmen.
*Sojabohnen werden nicht immer als basenbildner in der Literatur aufgeführt. Oftmals sind sie auch als säurebildner gekennzeichnet.

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Wie Keimen aus Linsen ein basisches Lebensmittel macht

Ungekeimte Linsen wirken säurebildend, gekeimte dagegen basenbildend. Der Keimprozess verändert die biochemische Zusammensetzung so grundlegend, dass sich der Stoffwechseleffekt komplett umdreht. Drei Dinge passieren dabei:

  • Phytate werden gespalten. Phytinsäure bindet in ungekeimten Linsen Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Zink und macht sie für deinen Körper schwerer verfügbar. Beim Keimen bricht diese Bindung auf, die Mineralstoffe werden frei und dein Körper kann sie besser aufnehmen.
  • Proteolyse. Proteine - auch die schwefelhaltigen Proteine werden abgebaut.

Beides senkt den PRAL-Wert.

Was außerdem beim Keimen passiert:

  • Lektine werden abgebaut. Lektine sind Pflanzenstoffe, die in hohen Mengen die Darmschleimhaut reizen können. Der Keimprozess reduziert ihren Gehalt deutlich, zusätzliches Kochen von etwa 15 Minuten eliminiert sie nahezu vollständig.
  • Purine werden ausgewaschen. Purine sind wasserlöslich und gelangen schon beim Einweichen ins Wasser, das du anschließend abgießt. Durch das regelmäßige Spülen während der Keimtage werden sie weiter reduziert.

Unterm Strich bleiben mehr verfügbare Mineralstoffe, weniger belastende Substanzen und ein basischer Stoffwechseleffekt. Gekeimte Linsen sind deshalb auch beim strikten Basenfasten erlaubt und gelten dort als eine der besten pflanzlichen Eiweißquellen.

Das Keimen klingt aufwendiger, als es ist. Du brauchst nur ein Glas, Wasser und etwas Geduld.

  1. Linsen in ein Glas geben und mit der dreifachen Menge kaltem Wasser bedecken. Zwölf Stunden einweichen lassen.
  2. Das Wasser abgießen und die Linsen gründlich spülen.
  3. In ein Keimglas oder Sieb geben und zwei- bis dreimal täglich mit frischem Wasser durchspülen.
  4. Nach zwei bis drei Tagen sind die Keimlinge fertig, erkennbar daran, dass die Sprossen etwa so lang sind wie die Linse selbst.
  5. Vor dem Essen kurz blanchieren, um eventuell verbliebene Lektine zu inaktivieren.

Am besten eignen sich grüne, rote oder Beluga-Linsen zum Keimen. Fertige Linsensprossen schmecken mild-nussig und passen in Salate, Bowls oder als Topping auf Suppen.

Hand hält ein Glas mit roten Linsen vor einer Waage oder Analyse-Station. Das Bild begleitet einen Beitrag zur Frage, ob Linsen basisch sind und wie sie im Säure-Basen-Haushalt eingeordnet werden.

So baust du Linsen in eine basenbetonte Ernährung ein

Wie du Linsen in deinen Alltag einbaust, hängt davon ab, wie strikt du es angehst.

Beim Basenfasten sind ungekeimte Linsen tabu, genauso wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Getreide. Gekeimte Linsen dagegen sind willkommen und lösen ein Problem, das viele beim Basenfasten kennen, nämlich den Mangel an guten pflanzlichen Eiweißquellen.

Bei einer dauerhaft basenbetonten Ernährung nach der 80/20-Regel passen auch ungekeimte Linsen problemlos in die 20 Prozent, die moderat säurebildende Lebensmittel ausmachen dürfen. Solange basisches Gemüse, Obst und Kräuter den größeren Teil deines Tellers füllen, gleicht sich die leichte Säurelast von selbst aus. Ein paar Ideen, wie das im Alltag aussehen kann:

  • Linseneintopf mit viel Gemüse: Karotten, Sellerie, Zucchini und frische Kräuter liefern reichlich Kalium und Magnesium, die den PRAL-Wert der Linsen mehr als ausgleichen.
  • Linsensalat mit Spinat und Avocado: Spinat wirkt stark basisch, Avocado ebenfalls. Zusammen mit Linsen ergibt das eine Mahlzeit, die satt macht und deinen Säure-Basen-Haushalt nicht belastet.
  • Rote-Linsen-Suppe mit Kurkuma: Rote Linsen kochen schnell weich und nehmen Gewürze gut auf. Kurkuma und Ingwer bringen zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften mit. Karotten und Sellerie kleingeschnitten bilden eine leckere Gemüseeinlage.

Häufige Fragen rund um Linsen und basische Ernährung

Rote Linsen sind wie alle ungekeimten Linsensorten säurebildend. Sie gehören aber zu den milden Säurebildnern, weil sie neben Proteinen auch wertvolle Mineralstoffe liefern. Wer rote Linsen keimt, macht sie basisch, denn der Keimprozess verändert ihren Stoffwechseleffekt grundlegend.

Grüne Bohnen wirken basisch, ihr PRAL-Wert ist negativ. Alle anderen Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Kichererbsen sind leicht säurebildend, passen aber in Maßen gut in eine basenbetonte Ernährung. In gekeimter Form werden auch Linsen und Kichererbsen basisch verarbeitet.

Ungekeimte Linsen sind beim strikten Basenfasten nicht erlaubt, weil sie säurebildend wirken. Gekeimte Linsen dagegen sind willkommen und eignen sich als pflanzliche Eiweißquelle während der Fastenzeit.

Kichererbsen wirken im Körper leicht säurebildend, ähnlich wie Linsen. In Kombination mit reichlich basischem Gemüse gleicht sich die Säurelast problemlos aus.

Gut zu wissen

Linsen sind nicht basisch, aber sie gehören auch nicht auf die schwarze Liste. Mit einem PRAL-Wert von 3,5 belasten sie deinen Säure-Basen-Haushalt kaum stärker als Erbsen und weit weniger als Fleisch, Eier oder Käse. Wer sie keimt, macht sie sogar basisch, ein Trick, der besonders beim Basenfasten Gold wert ist. Wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen. Und falls du wissen willst, wie andere Eiweißquellen im Vergleich abschneiden, schau dir unsere Ratgeber zu basischen Proteinquellen und Eier im Säure-Basen-Check an.

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