Bitterstoffe – so wirken die unterschätzten Verdauungshelfer

Lavendel in Nahaufnahme - der Hintergrund verschwimmt grün in der Unschärfe

Welche Wirkung haben Bitterstoffe?

Bitterstoffe entfalten ihre Wirkung primär über spezifische G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (TAS2R), die sich vor allem auf der Zunge, aber auch im Magen-Darm-Trakt, im Herz-Kreislaufsystem, in den Atemwegen (Nase und Bronchien), in den Harnwegen und Fortpflanzungsorganen - ja sogar im Gehirn befinden. Bindet ein Bitterstoff an einen solchen Rezeptor, wird das zugehörige G-Protein (z. B. Gustducin) aktiviert. Dies löst eine intrazelluläre Signalkaskade aus, bei der sekundäre Botenstoffe wie Inositoltriphosphat (IP₃) freigesetzt werden. Das führt dann zur Weiterleitung des Signals über Nervenbahnen an das Gehirn. Studien zeigen, dass Bitterrezeptoren im Verdauungstrakt die Sekretion von Verdauungssäften, die Motilität und sogar hormonelle Prozesse (z. B. Freisetzung von Ghrelin oder GLP-1) beeinflussen können, was ihre Rolle über die reine Geschmackswahrnehmung hinaus unterstreicht. Diese Erkenntnisse basieren unter anderem auf Arbeiten aus der molekularen Geschmacksforschung und Physiologie (z. B. Chandrashekar et al., Nature; Meyerhof et al., Cell).

 Kräuter, wie Basilikum, Minze und Rosmarin mit Bitterstoffen gehören zu den bitteren Lebensmitteln.

Bitterstoffe in der Heilkunde

Der Einsatz von Bitterstoffen in der traditionellen Heilkunde basiert vor allem auf Erfahrung:
Hippokrates, ein berühmter griechischer Arzt des Altertums, machte sich die Heilkraft des Bitteren zunutze. Etwa ein Drittel seiner 263 Arzneimittel bestand aus Bittermitteln.² Auch der Leibarzt von Kaiser Augustus – Antonius Musa – setzte darauf. Er gab dem römischen Volk die Empfehlung, jeden Abend eine Schüssel voll mit bitteren Kräutern zu essen, um die Verdauung zu unterstützen. Und auch Hildegard von Bingen (Begründerin der Klostermedizin) schätzte die Bitterstoffe als universell einsetzbare Mittel.³

Auch heutzutage setzen etliche Naturheilkundler auf die Kraft der Bitterstoffe als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, um die innere Balance des Körpers zu halten. Dazu eignen sich viele Kräuter oder Obst- und Gemüsesorten wie Lavendel, Galgant und Engelwurz.

Die traditionelle indische Heilkunst, Ayurveda, zählt mit ihren circa fünftausend Jahren als das älteste medizinische System der Welt.¹

Die Heilkunde vertritt die Meinung, dass der Mensch gesund ist, wenn sich Körper, Geist und Seele harmonisch im Einklang befinden.² Um den Organismus zu stärken, wird mitunter auf Bitterstoffe gesetzt. Ebenso bauen die Traditionelle Chinesische Medizin und weitere naturheilkundliche Richtungen auf Bitterstoffe.³

Bitterstoffe sind also seit vielen Jahrhunderten ein bewährter Ernährungsbestandteil.

Löwenzahn mit Löwenzahnwurzeln auf einem Holzbrett

Für was sind Bitterstoffe gut?

Die verschiedenen Bittermittel unterscheiden sich zwar teilweise in ihrer Wirkung, doch allgemein lässt sich sagen:

•  Bitterstoffe können die Verdauung erleichtern, indem sie unter Anderem die Sekretion der Verdauungssäfte anregen: Sie fördern die Speichelproduktion.Die Produktion von Magensaft wird erhöht.Die Darmaktivität wird durch die bitteren Pflanzenstoffe angeregt.

•  Sie können sowohl appetitanregend wirken, wenn der gesunde Appetit ausbleibt (z. B. als Folge einer Erkrankung), als auch die Lust auf Süßes vertreiben.⁴

Darüber hinaus sollen einige dieser Stoffe weitere positive Auswirkungen auf den Körper haben. Obwohl diese Effekte in Studien noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt sind, gibt es Hinweise darauf: 

  • Es gibt Anzeichen dafür, dass sie sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. 
  • Natürliche Bitterstoffe können die Hautbarriere stärken und den Hautstoffwechsel beleben. 
  • Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Saponine, die ebenfalls zu den Bitterstoffen zählen. Diese Verbindungen, die beispielsweise in Hülsenfrüchten, Hafer und Lakritz enthalten sind, können als Antioxidans im Kampf gegen freie Radikale helfen.

Bitte beachte, dass diese Effekte noch weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen bedürfen, um eindeutig bestätigt zu werden.

Auf unsere Verdauung und unser inneres Kraftwerk können Bitterstoffe also wohltuend wirken und nebenbei unser allgemeines Wohlbefinden steigern. Der Darm wird in der Wissenschaft oft als die Basis der Gesundheit gesehen. Er hat eine große Verantwortung, da er unsere Nahrungsbestandteile aufspalten und die Nährstoffe für den Körper verfügbar machen muss.

Auch Gelehrte der Traditionellen Chinesischen Medizin sehen die Verdauung als wesentlichen Bestandteil, den unser Organismus steuern muss: „In der Mitte des Körpers brennt das Verdauungsfeuer, es darf nicht zu schwach brennen, aber auch nicht zu hoch lodern.“⁵ Um den inneren Ofen auf Temperatur zu bringen und die Verdauung zu stimulieren, benötigt der Körper täglich nährstoffreichen Treibstoff. Dazu gehören die altbewährten Bitterstoffe.

  • Bittere Lebensmittel wie, Feldsalat, Radicchio und Granatapfel als Salat auf einem Teller angerichtet.

    Wo sind Bitterstoffe drin?

    In vielen Gewürzen, Kräutern sowie Obst- und Gemüsesorten sind wichtige Bitterstoffe enthalten, die dem allgemeinen Wohlbefinden helfen können.

  • verschiedene kräuter und gewürze mit bitterstoffen gehören zu den bitteren Lebensmitteln

    Kräuterlexikon: Kräuter und Gewürze mit Bitterstoffen

    Zahlreiche Kräuter und Gewürze versorgen deinen Körper mit hochwertigen Bitterstoffen und stärken, was in dir steckt.

Die verschiedenen Amara

In zahlreichen Pflanzen sind verschiedene natürliche Bitterstoffe zu finden, die alle eines gemeinsam haben: ihren bitteren Geschmack. Diese Bitterstoffe können aus verschiedenen Stoffgruppen stammen. Zum Beispiel enthält die Artischocke den Bitterstoff Cynarin, während Chicorée und Endiviensalat Intybine enthalten. Nicht jede Bitterpflanze schmeckt „nur“ bitter: Manche bringen zusätzlich ätherische Öle, Scharfstoffe, Schleimstoffe oder Gerbstoffe mit, was Aroma und Charakter deutlich verändert. Auf Basis dieser Bitter-Zusammensetzungen werden die verschiedenen Amara-Gruppen eingeteilt:

  • Zu den Amara tonica (auch Amara pura) zählen die klassischen, sehr bitteren Vertreter wie Enzian, Bitterklee oder Tausendgüldenkraut.
  • Amara aromatica kombinieren Bitterstoffe mit ätherischen Ölen, z. B. Wermut, Schafgarbe oder die Bitterorange (Pomeranze).
  • Amara acria sind bitter und zugleich leicht scharf – typisch sind Ingwer oder Gelbwurz.
  • Amara mucilaginosa enthalten zusätzlich Schleimstoffe (etwa Isländisch Moos), während Amara adstringentia neben Bitterstoffen auch Gerbstoffe liefern, beispielsweise Chinarinde.

Bitterstern Bittertropfen sind so zusammengesetzt, dass die die Amara-Gruppen in besonders harmonischer Weise abdecken.

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Löwenzahnblüten und Blätter in einer Glastasse auf einem Holztisch im Freien.

Natürliche Bitterstoffe und Nahrungsergänzungsmittel im Vergleich

Es gibt zahlreiche bitterstoffreiche natürliche Lebensmittel wie Artischocken, Brokkoli, grüne Blattsalate oder Blumenkohl, die auch bei uns gerne gegessen werden. Doch den körperlichen Bedarf an Bitterstoffen zu decken, ist selbst mit diesen Produkten – vor allem aus dem Supermarkt – kein leichtes Unterfangen.  

Doch das muss dich nicht davon abhalten, dich dennoch ausgewogen und ganzheitlich zu ernähren! Ergänzend zu deiner gesunden Ernährung kannst du Bitterstoffe gezielt in deinen Alltag integrieren – zum Beispiel mit unseren Original Bitterstern Kräutertropfen. 17 erlesene Kräuter mit wertvollen Bitterstoffen und feinen ätherischen Ölen haben wir hier in einer natürlichen Rezeptur vereint und aufeinander abgestimmt. Damit versorgst du deinen Körper nicht nur mit hochwertigen Bitterstoffen, sondern verfeinerst auch das ein oder andere raffinierte Gericht.  

Schon gewusst?

Bitterstoffe, die zum Beispiel im Enzian enthalten sind, unterstützen unsere Verdauung im Allgemeinen. Bitterstoffe aus dem Löwenzahn tragen zu einer normalen Magen- und Leberfunktion bei.

Frischer Chicorée, ganz und halbiert, auf einem rustikalen Holzbrett – vitaminreiches und bitterstoffhaltiges Gemüse für eine gesunde Ernährung.

Zu viel Bitterstoffe einnehmen? – Geht das?

Um dein allgemeines Wohlbefinden zu steigern, empfehlen wir, bis zu fünfmal täglich 7 bis 10 Tropfen Original Bitterstern einzunehmen – in Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung.

Bei unserer Verzehrempfehlung sind für dich keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Frau formt mit den Händen ein Herz über dem Bauch, in der Mitte liegt eine Blüte – Symbol für eine gesunde Verdauung und ganzheitliches Wohlbefinden.

Bitterstoffe für den Stoffwechsel, gegen Heißhunger und Völlegefühl

In unserem Körper gehen verschiedene, einzigartige Vorgänge vonstatten, was ihn zu einem wahren Wunderwerk macht. Unser komplexes Verdauungssystem ist die Voraussetzung für einen optimalen Stoffwechsel. Er funktioniert in der Regel gut, sofern wir ihn mit ausreichend Nährstoffen aus einer ausgewogenen Kost bedienen. Bitterstoffe haben innerhalb des Verdauungsprozesses eine wichtige Rolle. Sie stimulieren die Verdauung bereits beim ersten Bissen, wenn die Nahrung den Gaumen erreicht. Durch Bitterstoffe wird die Sekretion der Verdauungssäfte im Mund angeregt. Das „Darmhirn“ erhält im Vorfeld die Information über die Art der zu erwartenden Nahrung, sodass die Verdauung optimal darauf vorbereitet werden kann.

Bitterstoffe: Können sie den Appetit regulieren?

Dem eigenen Körper und der Seele einmal etwas Gutes zu tun und ab und an zu naschen, ist kein Problem. Wenn du vorhast, deinen Appetit gezielt zu regulieren, kannst du versuchen, bei eintretendem Heißhunger auf Süßes Bitterstoffe einzunehmen. Bei einem intensiv bitteren Geschmack kann einem die Lust auf Süßes vergehen. Interessant ist, dass Bitterstoffe, wie zum Beispiel in Pomeranzenfrüchten, den Appetit ankurbeln können. Dies passiert aber nur, wenn der Appetit infolge einer Erkrankung oder Schwäche ausbleibt. Wenn wir „wohlgenährt“ sind, werden aufkommende Hungergefühle nicht weiter geschürt.

Unterstütze deinen Körper bei seiner täglichen Arbeit, die er so wunderbar ausführt. Und nutze dabei gerne den positiven Nebeneffekt der Bitterstoffe.

Frau berührt sanft ihre Beine – Symbolbild für Hautgesundheit und die Wirkung von Bitterstoffen auf die Hautrezeptoren.

Bitterstoffrezeptoren auf der Haut

Nicht nur auf der Zunge und im Verdauungstrakt, sondern auch in vielen anderen Bereichen unseres Körpers gibt es Bitterstoffrezeptoren, mit denen sich sich die Wissenschaft intensiv beschäftigt. Erst seit Kurzem weiß man, dass auch die Haut Bitterstoffrezeptoren aufweist. Binden Bitterstoffe an diese Rezeptoren, werden Stoffwechselvorgänge in Gang gesetzt, die an der Herstellung von Schutzproteinen und Lipiden beteiligt sind. Diese Bausteine sind wesentliche Bestandteile der Hautbarriere, die unsere Haut vor dem Eindringen von Fremdstoffen, aber auch vor Feuchtigkeitsverlust bewahrt.

1Holler, Christiane: Vital und schlank mit Bitterstoffen. Wien: Kneipp-Verlag 2016. S. 36.

2ebd.

3ebd. S. 37.

4ebd. S. 15.

5Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag 2014. S. 136.

6Wanitschenk, Anne/Vigl, Sebastian: Die Leber natürlich reinigen: Entgiften und Energie tanken mit dem Prometheus-Programm: Die erfolgreiche Leberkur. Hannover: Schlütersche 2017. S. 63.

7Holler, Christiane: Vital und schlank mit Bitterstoffen. Wien: Kneipp-Verlag 2016. S. 25.

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