Kümmel: Die bekömmliche Gewürzpflanze

Der Echte Kümmel (Carum carvi) ist eine traditionsreiche Pflanze mit vielen Talenten: Schon seit ungefähr 5000 Jahren ist er sowohl für sein würziges Aroma als auch für seine verdauungsfördernden und bekömmlichen Eigenschaften äußerst bekannt und beliebt.

Was ist Kümmel?

Kümmel, auch Wiesen-Kümmel oder Gemeiner Kümmel genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und eines der ältesten Gewürze der Welt. Wenn von Kümmel gesprochen wird, sind in der Regel die Früchte der Kümmelpflanze, die Kümmelsamen, gemeint. Insbesondere in den Kümmelsamen befinden sich die wertvollen Inhaltsstoffe und Wirkstoffe, für die der Kümmel so geschätzt wird. Die Kümmelpflanze hat zarte, gefiederte grüne Blätter und große Dolden mit winzigen weißen und zartrosafarbenen Blüten.

Kümmel: Herkunft

Echter Kümmel hat seine Heimat in Vorderasien und den Mittelmeerländern und ist heute in vielen Regionen der Erde zu finden. Er wächst sowohl auf Hügeln und im Gebirge als auch im Flachland. Wildwachsenden Kümmel kann man auf Wiesen und Wegesrändern finden. Doch beim Selbersammeln ist Vorsicht geboten: Wer sich auf die Suche nach wildem Kümmel macht, sollte die Pflanze genau kennen! Aufgrund ihrer großen optischen Ähnlichkeit besteht eine große Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern, wie zum Beispiel dem Schierling.

Inhaltsstoffe Kümmel

Kümmel hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen: In Kümmelsamen sind mehr als drei Prozent enthalten. Carvon macht neben Limonen einen Hauptbestandteil der ätherischen Öle aus. Weitere Inhaltsstoffe von Kümmel sind Flavonoide, Myrcen, Gerbstoffe, Fettsäuren, Zuckerstoffe und Eiweiße.

Kümmel: Wirkung

Kümmel bringt die Verdauung in Schwung, indem die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen angeregt wird. Kümmel hat blähungstreibende, appetitanregende und krampflösenden Eigenschaften und regt den Gallenfluss an. Kümmel wirkt außerdem antimikrobiell (keimhemmend), antimykotisch (pilzhemmend), antibakteriell, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und antiseptisch. Des Weiteren soll Kümmel die Bildung von Muttermilch anregen.

Kümmel: Verwendung

Kümmel wird schon seit Jahrtausenden als Gewürz und Heilpflanze verwendet. Da er sich positiv auf die Verdauung auswirkt, werden vor allem deftige und schwerverdauliche Gerichte, zum Beispiel Kohlgerichte, mit Kümmel verfeinert.

Kümmel soll bei folgenden Beschwerden helfen:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Magenkrämpfen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Koliken
  • Durchfall
  • Menstruationsbeschwerden
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Probleme bei der Muttermilchbildung
  • Mundgeruch

Kümmel kann als Tee, Öl, Tinktur oder Pulver eingenommen werden. Meist wird er als Tee konsumiert. Für eine Tasse Kümmeltee etwa einen Teelöffel Kümmelsamen leicht zerstoßen und mit 250 ml Wasser für zehn Minuten kochen lassen. Den Kümmel anschließend abseihen. Für Säuglinge sollte Kümmeltee mit einem Drittel Wasser verdünnt werden. In Kombination mit Fenchel und Anis können sich die Eigenschaften von Kümmel besonders gut entfalten. Gegen Mundgeruch können einige Kümmelsamen gekaut werden. Kümmelöl wird in der Regel zur äußerlichen Anwendung gebraucht, insbesondere für Bauchmassagen. Dafür sollten wenige Tropfen Kümmelöl mit einem neutralen Öl vermischt werden, da reines Kümmelöl die Haut reizen kann.

Unterschied zwischen Kümmel und Kreuzkümmel

Echter Kümmel wird häufig mit Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) verwechselt. Beide Pflanzen gehören zwar zur Familie der Doldenblütler, doch werden sie unterschiedlichen Gattungen zugeordnet, was der lateinische Name erkennen lässt. Kreuzkümmel hat seinen Namen von seiner kreuzförmigen Blattanordnung und seinen dem Echten Kümmel sehr ähnlich sehenden Früchten. Geschmacklich unterscheiden sich Echter Kümmel und Kreuzkümmel sehr. Kreuzkümmel schmeckt intensiv, kräftig und scharf und findet sich hauptsächlich in der orientalischen Küche. Echter Kümmel ist eher mild und in Europa sehr beliebt. Kreuzkümmel und Kümmel teilen sich jedoch ihre verdauungsfördernde Wirkung und werden beide nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilpflanzen eingesetzt.

Kümmel als Gewürz

Kümmel wird häufig verwendet, um Brot sowie deftige Kohl- und Kartoffelgerichte zu verfeinern. Auch Suppen, Saucen, Käse und Salate werden mit Kümmel gewürzt. Und er wird zur Herstellung von Kümmelschnaps genutzt. Am besten kann sich das Kümmelaroma entfalten, wenn die Kümmelsamen erst direkt vor Gebrauch ganz frisch zerstoßen werden. Mit der Dosierung sollte man es aufgrund des intensiven Aromas nicht übertreiben. Kümmel harmoniert außerdem gut mit anderen Gewürzen wie Fenchel, Chili und Pfeffer.

Kümmel Geschmack: Wie schmeckt Kümmel?

Kümmel hat einen milden, leicht bitteren Geschmack, der an Anis, Dill und Petersilie erinnert. Außerdem duftet Kümmel sehr intensiv und hat ein starkes Aroma.