Zimtrinde: intensiv würzig

Zimt kennen die meisten als typisches Weihnachtsgewürz: Zimtrinde verleiht Gebäck wie Zimtsternen und Heißgetränken wie Glühwein und Punsch ihre charakteristische, intensive Geschmacksnote. In asiatischen Landesküchen ist gemahlene Zimtrinde auch fester Bestandteil herzhafter Gewürzmischungen. Doch auch abseits der Küche beweist Zimtrinde, was sie kann: So gilt sie in der Heilkunde seit der Antike als pflanzliches Heilmittel mit vielfältigen Wirkweisen und Anwendungsgebieten.

Was ist Zimtrinde?

Zimtrinde ist die Baumrinde des Ceylon-Zimtbaums, eine Pflanzenart aus der Gattung Cinnamomum innerhalb der Familie der Lorbeergewächse. Mehrere zusammengerollte, hauchdünne Stücke der Zimtrinde, genauer gesagt der dünnen Bastschicht der Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamonum verum), werden zu Zimtstangen zusammengesteckt. Aus gemahlener Zimtrinde besteht das typische Zimtpulver, das bei jedem im Gewürzschränkchen steht. Echter Zimt vom Ceylon-Zimtbaum wird auch häufig mit Cassia Zimt vom Chinesischen Zimtbaum (Cinnamomum cassia) ersetzt. Zimtstangen aus Cassia Zimtrinde bestehen aus einem einzigen dicken Stück Zimtrinde, das sich an den Enden einrollt.

Ceylon Zimt oder Cassia Zimt – Ist Zimt gesund?

Ceylon Zimt ist die gesündere Zimt-Option: Cassia Zimt und andere Ersatz-Zimtsorten, wie indonesischer oder vietnamesischer Zimt, enthalten erhöhte Mengen an Cumarin, welches in hohen Dosen potenziell krebserregend und lebertoxisch wirkt. Cassia Zimt soll 0,2-0,3 g Cumarin pro Kilo enthalten, indonesischer und vietnamesischer sogar bis zu 9 g pro Kilogramm. Deshalb wird vom Verzehr größerer Mengen derartiger Ersatz-Zimtsorten abgeraten. Echter Zimt ist mit nur 0,02 g Cumarin auf ein Kilogramm hingegen unbedenklich.

Woher kommt Zimt?

Der Ceylon-Zimtbaum, aus dem die Zimtrinde für Echten Zimt gewonnen wird, ist ursprünglich in Sri Lanka beheimatet. Er wird heute auch in vielen weiteren tropischen Ländern wie Madagaskar und Sansibar angebaut. Er wächst auch wild auf den Seychellen, den Karibischen Inseln und in tropischen asiatischen Ländern.

Zimtrinde: Inhaltsstoffe

Zimtrinde enthält:

  • bis zu 4% ätherisches Öl mit:
  • Zimtaldehyd
  • Eugenol
  • Zimtalkohol
  • Zimtsäure
  • Diterpene
  • Procyanidine
  • Phenolcarbonsäure
  • Schleimstoffe
  • Antioxidantien
Zimtpulver, Zimtstangen und Flaschen mit Zimtöl auf einem Holzbrett

Zimtrinde Wirkung: Was bewirkt Zimt im Körper?

Zimt werden viele therapeutische Wirkungen zugeschrieben. So sind Zimtrinde und Zimtöl antimikrobiell, wirken also gegen Bakterien, Viren, Schimmel und Pilze. Zimt wirkt wärmend und Zimtrinde ist wohltuend für den Magen, denn sie wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, regt die Speichel- und Magensaftproduktion an sowie lindert Blähungen und Völlegefühl. Durch die antioxidativen Aktivitäten wirkt Zimt auch entzündungshemmend und unterstützt das Immunsystem. Außerdem kurbelt Zimt den Stoffwechsel an, was die Fettverbrennung beschleunigen kann und sich somit beim Abnehmen förderlich ist.

Zimt bei Diabetes

Zimt wird auch eine blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt, was das Interesse von Patienten mit Typ-II-Diabetes weckt. Es gibt verschiedene Studien, die die blutzuckersenkende Wirkung von Zimt untersucht haben. Die Ergebnisse sind zwiegespalten: Während manche Studien bestätigen konnten, dass Zimt den Spiegel von Glukose, Cholesterin und Triglyceriden senken soll, sofern der Zimt regelmäßig in bestimmten Mengen eingenommen wird, haben andere Studien dies nicht feststellen können. Die Anwendung von Zimt zur Behandlung von Typ-II-Diabetes bleibt umstritten. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft sprechen sich dagegen aus. Wichtig ist folgendes: Zimt sollte keinesfalls als alleinige Therapie und auch als ergänzendes Heilmittel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Diabetologen eingenommen werden.

Zimtrinde Anwendung

Zimtrinde kann bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Empfindlicher Magen
  • Appetitlosigkeit
  • Menstruationskrämpfen
  • Husten und Schnupfen

Zimtrinde wird kann im gemahlenen Zustand als Pulver, Tee (insbesondere als Zutat in Kräuterteemischungen) und in Kapselform angewendet und eingenommen werden. Für frischen Zimttee eine Stange Ceylon-Zimt mit einer Tasse heißem, nicht mehr kochendem Wasser (250 ml) übergießen und 10 Minten ziehen lassen und anschließend mit einem Teelöffel Honig süßen. Die Zimtstange danach keinesfalls wegwerfen, sondern mit lauwarmem Wasser abwaschen, trocknen lassen und wiederverwenden.

In der Küche wird Zimtrinde unterschiedlich angewendet. Zu einer Stange zusammengesteckte Zimtrinde wird oft bei der Zubereitung von Kompott, Saucen, Fruchtsuppen, Punsch, Glühwein und eingelegten Früchten verwendet. Gemahlene Zimtrinde kommt beim Backen, in asiatischen Gewürzmischungen zum Einsatz und schmeckt gemischt mit Zucker mit Speisen wie Milchreis und Grießbrei. Zimtzucker mischt man im Verhältnis 1 EL Zimt, 10 EL Zucker.

Zimt Nebenwirkungen: Welche Nebenwirkungen hat Zimt?

Bei übermäßigem Verzehr von Zimt, der nicht vom Ceylon-Zimtbaum stammt, wie Cassia Zimt, indonesischem und vietnamesischem Zimt, ist aufgrund der erhöhten Dosen an gesundheitsschädlichem Cumarin Vorsicht geboten. Cumarin kann in größeren Mengen starke Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen auslösen. Zudem ist Cumarin potenziell karzinogen und kann die Leber schädigen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Perubalsam sollte Zimt vermieden werden. Auch kann Zimt unter Umständen Stoffe enthalten, die Ähnlichkeit zu allergieauslösenden Eiweißen in Pollen aufweisen und somit bei Allergikern heuschnupfenähnliche Symptome auslösen. Das in Zimtrinde enthaltene Zimtaldehyd kann außerdem hautreizend wirken.

Zimt in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte Zimt nur in kleinen Mengen und mit Vorsicht genossen werden. Grund dafür ist nicht nur die schwach ausgeprägte wehenfördernde Wirkung von Zimt. Am problematischsten ist das enthaltene Cumarin, besonders bei Cassia Zimt. Auch das Zimtaldehyd fällt ins Gewicht: Wird es in großen Mengen verzehrt, kann es dem Ungeborenen schaden. Auch stillende Frauen sollten Zimt nicht übermäßig konsumieren.

Für Schwangere ist es daher empfehlenswert, besser keine verarbeiteten und fertigen Lebensmittel mit Zimt zu sich nehmen. Besser sind selbstgemachte Mahlzeiten und Gebäck mit hochwertigem Ceylon-Zimt in Bio-Qualität.

Wie viel Zimt am Tag?

Vom Bundeszentrum für Ernährung wird eine Höchstmenge von zwei Gramm Zimt, also etwa einem gestrichenen Teelöffel, oder 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag empfohlen.