Eistee mit Zitrone in Gläsern angerichtet mir frischer Minze.

Ist Zitrone basisch?

Beim Gedanken an eine frische Zitrone zieht sich uns unwillkürlich alles im Mund zusammen. Doch bedeutet dieser extrem saure Geschmack automatisch, dass die gelbe Frucht auch eine Säurebombe für unseren Körper ist? Wir bringen Licht ins Dunkel und erklären dir in diesem Beitrag, ob die Zitrone basisch ist, wie du sie am besten genießt und welche gesundheitlichen Vorteile sie mit sich bringt.

Der Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein Regulationssystem, das den pH-Wert unserer Zellen und unseres Blutes stabil hält. Dieser Wert wird auf einer Skala von 0 bis 14 gemessen. Alle Ergebnisse unter der neutralen Mitte von 7 gelten als sauer, während sämtliche Werte darüber als basisch eingestuft werden.

Unser Blut ist mit einem pH-Wert von rund 7,4 von Natur aus leicht basisch – ein Zustand, der für unser Überleben im engen Bereich von ca. pH 7,35 und 7,45 bleiben muss, damit alle Zellen optimal mit Sauerstoff versorgt werden. Da schon kleinste Schwankungen im Blut die Sauerstoffaufnahme beeinflussen würden, hält unser Körper diesen Wert mithilfe von sogenannten Puffersystemen stets stabil.

Dieses Gleichgewicht wird allerdings durch unsere moderne Lebensweise tagtäglich auf die Probe gestellt. Fleisch, Milchprodukte und Zucker fordern unsere Puffersysteme heraus, da sie im Körper zu Säuren abgebaut werden. Aber auch Stress, Schlafmangel und Alkohol können den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen.

Um die Säuren zu neutralisieren, ist der Körper auf ein basisches Gegengewicht aus unserer Nahrung angewiesen. Ideal ist dabei ein Verhältnis von etwa 70 bis 80 % basischen Lebensmitteln und 20 bis maximal 30 % sauren Komponenten.

Welches Produkt in welche Kategorie gehört, entscheidet dabei übrigens nicht unser Geschmackssinn auf der Zunge, sondern der sogenannte PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load). Dieser Wert gibt an, wie hoch die tatsächliche Säurebelastung eines Nahrungsmittels für die Nieren nach der Verstoffwechslung eines Lebensmittels ist. Ein positiver PRAL-Wert steht dabei für eine höhere Säurebelastung, während ein negativer Wert auf eine potenziell basenbildende Wirkung hinweist.

Eine ausgewogene, basenreiche Ernährung versorgt deinen Körper mit wichtigen Mineralstoffen und anderen wertvollen Nährstoffen. Sie stärkt deine Nährstoffdepots und leistet einen wichtigen Teil zur Versorgung von Knochen, Zähnen und des gesamten Körpers. Eine basenreiche Ernährung ist deshalb der einfachste Weg, deine körpereigenen Reserven zu schützen und deinen Säure-Basen-Haushalt spürbar zu entlasten.

Durchsichtig dünn geschnittene Zitronenscheiben

Ist die Zitrone basisch?

Ja, Zitrone gehört zu den Lebensmitteln, die deinem Körper basische Mineralstoffe liefern. Lass dich nicht von ihrem Geschmack täuschen. Auch wenn sie extrem sauer schmeckt, wird sie im Körper basisch verstoffwechselt. Was nach der Verdauung übrig bleibt, sind basische Stoffe wie Kalium und Magnesium. Dass sie sich positiv auf dein Säure-Basen-Gleichgewicht auswirken, lässt sich mit dem PRAL-Wert erkennen. Bei der Zitrone liegt dieser im negativen Bereich von etwa -2,6, was bedeutet: Die Zitrusfrucht wirkt basenbildend und hilft deinem Körper, in Balance zu bleiben.

Warum die Zitrone ein echtes Superfood ist

Mit gerade einmal 21 Kilokalorien pro 100 Gramm ist die Zitrone ein echtes Leichtgewicht, das es gesundheitlich in sich hat. Eine einzige Frucht deckt - je nach Größe und Gewicht - bereits etwa 50 % des täglichen Vitamin-C-Bedarfs eines Erwachsenen ab. Neben dem Vitamin-C-Boost und der basischen Wirkung profitierst du aber auch von folgenden Vorteilen:

  • Haut und Bindegewebe: Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung bei und unterstützt damit die normale Funktion von Haut und Bindegewebe
  • Unterstützung der Leber: Zitronen enthalten Inhaltsstoffe, die die natürlichen Stoffwechselprozesse der Leber unterstützen können.
  • Zellschutz: Im weißen Gewebe unter der Zitronenschale stecken wertvolle Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe schützen den Organismus vor oxidativem Stress durch freie Radikale, welche andernfalls die Zellen schädigen könnten.
  • Stärkung des Immunsystems: Vitamin C trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Nährstoff-Plus: Vitamin C aus der Zitrone verbessert die Aufnahme von Eisen aus deiner Nahrung. Zitronen liefern zudem Kalium und weitere wertvolle Pflanzenstoffe.
  • Blutdruck: Reich an Kalium, Magnesium und Kalzium sorgt die saure Frucht dafür, dass deine Muskel- und Herzfunktion reibungslos ablaufen. Zudem tragen die pflanzlichen Inhaltsstoffe dazu bei, den gesunden Blutdruck aufrecht zu erhalten.
Zitronen- und Orangenscheibe gleiten ins Wasser

Vitamin C im Glas: So kannst du die Zitrone in deine Ernährung integrieren

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die gelbe Frucht in den eigenen Speiseplan einzubauen. Am bekanntesten ist dabei wohl das klassische Zitronenwasser, das mittlerweile von unzähligen Gesundheits-Influencern als absolutes Must-have empfohlen wird.

Einfach nach dem Aufstehen frischen Zitronensaft mit einem Glas Wasser mischen – fertig ist der vermeintliche Wunderdrink. Ein solcher Start in den Tag liefert dir nicht nur eine Extraportion Flüssigkeit und Vitamine; die enthaltene Fruchtsäure regt auch die Verdauung an.

Für die perfekte Zubereitung mischt man den Saft einer halben Bio-Zitrone mit 250 Millilitern lauwarmem Wasser, wobei kochendes Wasser tabu sein sollte, da die Hitze dafür sorgt, dass das empfindliche Vitamin C schneller abgebaut wird. Eine egelmäßige Vitamin-C-Zufuhr unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.

Neben dem morgendlichen Glas kannst du die Zitrone natürlich auch wunderbar nutzen, um Salatdressings oder Soßen eine frische Note zu verleihen. Das bereichert den Geschmack deiner Gerichte und lässt dich die gesundheitlichen Vorteile der Frucht ganz einfach in diverse Rezepte integrieren.

Ingwer und Zitrone

Was muss ich beim Kauf einer Zitrone beachten?

Damit du bedenkenlos die ganze Frucht nutzen kannst, solltest du konsequent zu Bio-Zitronen greifen. Der Aufdruck „unbehandelt“ schützt dich nämlich nicht vor Pestiziden während des Anbaus, sondern schließt lediglich eine chemische Behandlung nach der Ernte aus.

Neben den inneren Werten sorgt im Laden aber noch ein anderes Merkmal für Verwirrung: die Farbe der Schale. Diese sagt nämlich erstaunlich wenig darüber aus, wie reif die Frucht ist. Da diese Früchte zu den kaum nachreifenden Sorten gehören, müssen sie zum Zeitpunkt der Ernte bereits vollkommen ausgereift sein. Ein grünlicher Ton ist dabei völlig normal, da die Schale erst durch herbstliche Kälteeinbrüche ihre gelbe Farbe annimmt. Der konventionelle Handel hilft hier deshalb oft künstlich mit dem Gas Ethylen nach, um die gewohnte Optik zu erzeugen. Vertraue im Laden deshalb lieber deiner Nase und deinen Fingern, denn eine genussreife Zitrone verströmt einen markanten Duft und fühlt sich leicht elastisch an.

Basische Lebensmittel: Sind alle Zitrusfrüchte basisch?

Das Prinzip, das die Zitrone zu einem Basenwunder macht, lässt sich auch auf ihre gesamte Verwandtschaft übertragen. Lass dich also bloß nicht vom intensiv säuerlichen Aroma täuschen: Nach dem Verdauungsprozess wirken sämtliche Zitrusfrüchte im Körper basenbildend. Ganz vorne mit dabei ist die Grapefruit, die mit einem PRAL-Wert von -3,5 eine starke Basenpower liefert. Nahezu gleichauf liegt die Mandarine mit Werten von bis zu -3,4, gefolgt von Klassikern wie der Orange (-2,7) und der Limette (-1,6). Welche weiteren Früchte basisch wirken, zeigt dir unser Überblick zu basischem Obst.

Natürlich klappt es im stressigen Alltag nicht immer, jeden Tag die Zeit für frisches Zitronenwasser oder gesunde Dressings zu finden. Genau für diese hektischen Phasen haben wir Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die deinen Körper mit basischen Mineralien versorgen. Das gibt dir die Gewissheit, selbst an stressigen Tagen optimal geschützt zu sein und deinen Säure-Basenhaushalt zu unterstützen.

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