Bitterstoffe – ein wichtiger Bestandteil in der Naturheilkunde

Die traditionelle indische Heilkunst, Ayurveda, zählt mit ihren circa fünftausend Jahren als das älteste medizinische System der Welt.¹ Die Heilkunde vertritt die Meinung, dass der Mensch gesund ist, wenn sich Körper, Geist und Seele harmonisch im Einklang befinden.² Um den Organismus zu stärken, wird mitunter auf Bitterstoffe gesetzt. Ebenso bauen die Traditionelle Chinesische Medizin und weitere naturheilkundliche Richtungen auf Bitterstoffe.³ Sie sind also seit vielen Jahrhunderten ein bewährter Ernährungsbestandteil. Jedoch sind sie in der heutigen Welt aus den Lebensmitteln regelrecht weggezüchtet. Unser Körper benötigt die Kraft der Bitterstoffe jedoch, weil diese unser allgemeines Wohlempfinden stärken können.

Was genau sind Bitterstoffe?

Als Bitterstoffe werden grundsätzlich alle Stoffe bezeichnet, die einen bitteren Geschmack hinterlassen. Sie sind in vielen Kräutern, Gewürzen und Obst- oder Gemüsesorten enthalten wie in Schafgarbe, Kurkuma, Grapefruit oder Spinat.

Warum sind Bitterstoffe so gesund?

Unser Darm wird in der Wissenschaft oft als die Basis der Gesundheit gesehen. Er hat eine große Verantwortung, da er unsere Nahrungsbestandteile aufspalten und die Nährstoffe für den Körper verfügbar machen muss. 

Auch Gelehrte der Traditionellen Chinesischen Medizin sehen die Verdauung als wesentlichen Bestandteil, den unser Organismus steuern muss: „In der Mitte des Körpers brennt das Verdauungsfeuer, es darf nicht zu schwach brennen, aber auch nicht zu hoch lodern.“⁴ Um den inneren Ofen auf Temperatur zu bringen und die Verdauung zu stimulieren, benötigt der Körper täglich nährstoffreichen Treibstoff.

Dazu gehören die altbewährten Bitterstoffe.

Sie tragen auf vielfältige Art und Weise zu einer verbesserten Verdauung bei, denn Bitterstoffe:⁵

• erleichtern die Verdauung.

• fördern die Produktion von Verdauungssäften.

• wirken regulierend auf den Appetit.

Bitterstoffe beeinflussen außerdem, dass unsere Leber normal funktionieren kann. Diese ist wichtig für unseren Fettstoffwechsel.⁶ Bitterstoffe sind also wohltuend für unsere Verdauung und stärken unser inneres Kraftwerk. Mehr über den Effekt von Bitterstoffen erfahren Sie hier.

Welche Lebensmittel sind besonders reich an Bitterstoffen?

„Was bitter im Mund, ist innerlich gesund.“ heißt es im Volksmund.⁷ Doch heutzutage stehen in der westlichen Welt meist selten bittere Lebensmittel auf dem Speiseplan. Grund hierfür ist, dass die Nahrungsmittelindustrie weniger auf die bittere Geschmacksrichtung, sondern vielmehr auf süß oder salzig baut.

Zudem ist unser heutiges Angebot an Lebensmitteln oft weit entfernt vom nährstoffreichen Agrarprodukt. Kein Wunder also, dass viele Menschen bitterstoffhaltige Nahrungsmittel als nicht so appetitlich empfinden – sie sind den Geschmack einfach nicht mehr gewohnt.

Doch wie es das Sprichwort schon sagt, können die Effekte von Bitterstoffen auf unseren Körper sehr positiv sein.

Und es gibt zahlreiche Lebensmittel, die auf unseren täglichen Speiseplan gehören, wie

• Artischocken,

• Brokkoli,

• grüne Blattsalate oder

• Blumenkohl,

die tatsächlich viele Bitterstoffe enthalten und auch bei uns gerne gegessen werden. Welche Nahrungsmittel noch besonders reich an den wertvollen Inhaltsstoffen sind, lesen Sie hier.

1 Holler, Christiane: Vital und schlank mit Bitterstoffen. Wien: Kneipp-Verlag 2016. S. 36.
2 ebd.
3 ebd. S. 37.
4 ebd. S. 15.
5 Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag 2014. S. 136.
6 Wanitschenk, Anne/Vigl, Sebastian: Die Leber natürlich reinigen: Entgiften und Energie tanken mit dem Prometheus-Programm: Die erfolgreiche Leberkur. Hannover: Schlütersche 2017. S. 63.
7 Holler, Christiane: Vital und schlank mit Bitterstoffen. Wien: Kneipp-Verlag 2016. S. 25.