Echte Engelwurz: Die Angelika-Pflanze

Die Engelwurz – auch als Angelikawurzel bekannt – ist eine Pflanze mit langer Tradition in der Gesundheitsanwendung. Vor allem ihre Wurzel steckt voller ätherischer Öle und wertvoller Inhaltsstoffe. Bereits seit dem 14. Jahrhundert ist die Angelica Archangelica – wie sie botanisch heißt – als Arzneipflanze im Einsatz. Ihr wurden in früheren Zeiten sogar Wirkkräfte gegen Zauberei, Gifte und gegen die Pest zugesprochen. Heutzutage wird sie als Arzneipflanze vor allem bei Verdauungsbeschwerden und als sanfte Medizin bei Erkältungssymptomen geschätzt. Die Angelikawurzel ist ein wertvoller Bestandteil von Hustentropfen, Erkältungsbalsamen, Kräuterlikören, Bitterschnäpsen, Melissengeist und verdauungsfördernden Tinkturen und Tropfen.

Wie heißt die Engelwurz noch?

Die Engelwurz wird auch Angelika oder Angelikawurzel genannt, besitzt aber im deutschsprachigen Raum zahlreiche regionale Eigennamen. Das macht es fast unmöglich, alle zu erfassen. Unter anderem ist die Engelwurz auch unter den Namen: Brustwurz, Brustwurzel, Buchhalter, Dreieinigkeitswurzel, Gartenangelik, Geilwurzel, Giftwürze und Heiliggeistwurzel bekannt.

Was ist die Engelwurz für eine Pflanze?

Die Angelika Pflanze gehört zur Gattung der Doldenblütler und ist schwach giftig. Das Engelwurz-Kraut blüht ein einziges Mal und wird dann optisch zu einer beeindruckenden und imposanten Erscheinung: Der aufrechte, große Horst mit Blüte kann unter Idealbedingungen bis zu 3 Meter hoch werden! Von Juni bis August ist ihre Blütezeit und die vielen einfachen weißen Blüten wirken dann zusammen wie ein einziger großer Blütenballen und ziehen viele Insekten an.

Engelwurz erkennen

Leider besitzt die Echte Engelwurz Ähnlichkeit mit dem Riesen-Bärenklau und dem gefleckten Schierling. Beides sind sehr giftige Wildpflanzen, der Bärenklau kann zudem schwere Hautirritationen hervorrufen. Von daher ist Vorsicht geboten: Wer Engelwurz sammeln will, sollte sehr gute botanische Kenntnisse besitzen, damit es nicht zu folgenschweren Verwechslungen kommt. Es ist deshalb ratsam, die Angelikawurzel oder Arznei aus ihren Extrakten sicherheitshalber in der Apotheke zu kaufen.

Wo wächst Engelwurz?

Die echte Engelwurz wächst vor allem auf der Nordhalbkugel: in Nord- und Osteuropa, im Himalaya, auf Grönland und in Nordamerika. Sie gedeiht am besten auf nassen, zeitweise überschwemmten und nährstoffreichen Böden an Ufern und auf feuchten Wiesen an einem sonnigen Plätzchen.

Engelwurz: Verwendung, Anwendung und Wirkung

Die Grönländer und Samen haben auch heute noch die Früchte der Angelikawurzel als seltene pflanzliche Kost auf ihrem Speiseplan. Der Volksstamm der Samen schnitzt aus den Stängeln der Pflanze außerdem ihre traditionellen Flöten. Bestandteile der Engelwurz werden im Übrigen auch für Schnupftabak verwendet.

In der Medizin finden vor allem ihre unterirdischen Pflanzenteile – die Angelikawurzeln – Verwendung. Sie enthalten viele Bitterstoffe und ätherische Öle.

In der Klosterheilkunde und Volksmedizin wird das Öl der Angelikawurzel innerlich gegen Schlaflosigkeit und äußerlich gegen Rheuma und Nervenschmerzen angewendet. Außerdem soll sie die Heilung von Harnwegsentzündungen unterstützen.

Aber Vorsicht: In größeren Mengen ist das Öl giftig!

Engelwurz kommt zum Beispiel bei Brustumschlägen zum Einsatz. (Daher der Name Brustwurz). Das Engelwurzöl findet auch im Engelwurzbalsam für Babys und Säuglinge bei Erkältungskrankheiten Anwendung. Allerdings sollte man die Engelwurzsalbe lieber nur sparsam auftragen.

Auch in der Frauenheilkunde ist Angelika ein geschätztes Kraut, jedoch nicht in der Schwangerschaft.

Die Inhaltstoffe der Angelikawurzel können die Verdauungssäfte anregen. Angelikawurzel-Tee wird deshalb bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühlen und leichten Bauchkrämpfen empfohlen. Aber auch als alkoholischer Extrakt ist die Engelwurz eine beliebte Zutat von Kräuterlikören, Bitterschnäpsen und verdauungsfördernden Tinkturen. Auch die Früchte der Engelwurz finden kulinarisch Verwendung und aromatisieren Gin, Wermut und den französischen Kräuterlikör Chartreuse.

Engelwurz: Was ist zu beachten?

Aufgrund des schwachen Gifts der Engelwurz sollte man sich strikt an die Dosierungsvorgaben halten und diese nicht überschreiten. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 4,5 g der Droge bzw. 10 – 20 Tropfen des ätherischen Öls. Außerdem enthält die Engelwurz Wirkstoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen, deshalb ist bei der Einnahme und dem Aufenthalt in der Sonne Vorsicht geboten. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man besonders auf ungewöhnliche Hautreaktionen achten. Bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte der Engelwurzbalsam nur sehr sparsam und nur auf den Rücken aufgetragen werden.