Basisches Getreide: welche Sorten den Säure-Basen-Haushalt wirklich unterstützen


Von Laetitia Naturprodukte

Hand streift an einer Pflanze in der Natur vorbei


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Basisches Getreide: welche Sorten den Säure-Basen-Haushalt wirklich unterstützen

Die Suche nach basischem Getreide führt in vielen Ratgebern zu einer übersichtlichen Liste: Amaranth, Buchweizen, Hirse, Quinoa. Klingt einfach. Schaut man sich allerdings die PRAL-Werte dieser Sorten an, wird es komplizierter. Denn nach der PRAL-Methode, einer etablierten Methode der Ernährungswissenschaft, sind auch die beliebten Pseudogetreide Säurebildner. Der Unterschied zu Weizen oder Hafer ist trotzdem erheblich, und genau in diesen Abstufungen liegt der Spielraum für deine basisch-freundliche Ernährung. Dieser Artikel zeigt dir die PRAL-Werte aller gängigen Getreidesorten, erklärt den Unterschied zwischen echtem Getreide und Pseudogetreide und ordnet ein, welche Sorten im Säure-Basen-Haushalt am besten abschneiden.

Gibt es basisches Getreide? Die kurze Antwort

Streng genommen nicht. Nach der PRAL-Methode (Potential Renal Acid Load) hat jede Getreidesorte einen positiven Wert und wirkt damit säurebildend. Der Grund liegt im Proteingehalt: Getreide liefert pflanzliches Eiweiß, und Eiweiß ist der stärkste Treiber in Richtung Säurebildner in der PRAL-Formel.

Trotzdem ist die Pauschalaussage „Getreide ist sauer“ zu kurz gedacht. Zwischen Haferflocken mit PRAL +10,7 und geschältem Reis mit +1,7 liegen Welten. Die spannendere Frage ist also: Welche Sorten bringen die geringste Säurelast mit?


PRAL-Werte aller Getreidesorten im Vergleich

Die PRAL-Werte beziehen sich auf je 100 g und folgen der Methode nach Remer und Manz (1995). Werte zu Produkten, die nicht in deren Originaltabelle stehen, sind rechnerische Näherungen nach der PRAL-Formel und können je nach Nährwertquelle leicht abweichen.

 

Getreide / Pseudogetreide

PRAL-Wert

Reis (geschält, gekocht)

+1,7

Buchweizen

+3,7

Mais

+3,8

Roggenmehl

+4,4

Weizenmehl

+6,9

Amaranth

+7,5

Hirse

+8,6

Dinkel

+10,0

Haferflocken

+10,7

 

Die Tabelle zeigt: Reis, Buchweizen und Mais bilden die basisch-freundlichste Gruppe. Amaranth, Hirse und Dinkel liegen überraschend hoch. Und Haferflocken sind der stärkste Säurebildner unter den gängigen Getreideprodukten.

Echtes Getreide vs. Pseudogetreide

In vielen Ratgebern gelten Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Hirse als „basische Getreide“. Das stimmt botanisch nicht: Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind Pseudogetreide, Hirse zählt zu den Hirseartigen. Und auch die PRAL-Werte sind positiv, das heißt es handelt sich um säurebildende Lebensmittel.

Pseudogetreide unterscheiden sich von echtem Getreide in mehreren Punkten, die für den Säure-Basen-Haushalt relevant sind:

Kein Gluten. Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind glutenfrei. Gluten selbst hat keinen Einfluss auf den PRAL, aber glutenfreie Sorten werden in der Basenfasten-Szene bevorzugt, weil sie als leichter verdaulich gelten.

Anderes Mineralstoffprofil. Buchweizen liefert viel Kalium und Magnesium, was seinen vergleichsweise niedrigen PRAL von +3,7 erklärt. Amaranth bringt zwar viel Calcium mit, hat aber auch einen hohen Proteingehalt, der den PRAL auf +7,5 treibt.

Weniger Purine als Hülsenfrüchte. Pseudogetreide können je nach Sorte und Zubereitungsform geringere Purinmengen enthalten als einige Hülsenfrüchte. Das spielt für die PRAL-Formel keine Rolle, ist aber ein Grund, warum manche Basenfasten-Konzepte Pseudogetreide milder bewerten als Hülsenfrüchte.

Die Unterscheidung zwischen echtem Getreide und Pseudogetreide lässt sich daher nicht einfach mit „basisch“ oder „sauer“ erklären. Entscheidend ist vielmehr, wie stark ein Lebensmittel aufgrund seiner Nährstoffzusammensetzung zur potenziellen Säurebelastung des Körpers beiträgt.


Getreidesorten und Eiweißquellen im Detail

Eine weiße Schüssel, gefüllt mit Haferflocken, vor hellem Hintergrund. Die Flocken sind grob und naturbelassen und dienen als Basis für Hafermilch.

Haferflocken

Haferflocken haben mit +10,7 den höchsten PRAL unter den gängigen Frühstücksflocken. Das liegt am hohen Proteingehalt von 13,5 g und am Phosphorgehalt von 430 mg pro 100 g. Ernährungsphysiologisch sind sie trotzdem wertvoll, weil sie Nährstoffe wie Beta-Glucan, Eisen und Magnesium mitbringen; in der basischen Ernährung zählen sie deshalb zu den guten Säurebildnern. Unser Haferflocken-Ratgeber zeigt, wie dein Porridge mit den richtigen Zutaten trotzdem basisch-freundlich wird.

Weißer Reis als Symbol für die Frage „Ist Reis basisch?“. Das Bild veranschaulicht die Rolle von Reis in der basischen Ernährung und im Säure-Basen-Haushalt.

Reis

Geschälter Reis ist mit PRAL +1,7 der basisch-freundlichste unter den echten Getreidesorten. Vollkornreis liegt etwas höher (ca. +3,4), weil die Schale mehr Protein und Phosphor enthält. Im Reis-Ratgeber findest du die PRAL-Werte für alle Sorten von Basmati bis Wildreis.

Mehrfarbige Maiskolben mit Blättern auf einer Fensterbank.

Mais

Mais kommt auf einen PRAL von +3,8 und liegt damit im Mittelfeld. Frischer Mais vom Kolben schneidet etwas besser ab als Maismehl oder Polenta, weil der Wassergehalt die Nährstoffdichte pro 100 g verdünnt. Wie sich Popcorn, Polenta und frischer Mais unterscheiden, erfährst du im Mais-Ratgeber.

Buchweizen-Crêpes auf einem Holzbrett mit Buchweizenkörnern - eine Möglichkeit, Buchweizen in der basischen Ernährung zu verwenden.

Buchweizen

Buchweizen ist mit PRAL +3,7 das basisch-freundlichste Pseudogetreide. Er liefert viel Kalium und Magnesium, ist glutenfrei und lässt sich gut keimen. In der Basenfasten-Szene gilt gekeimter Buchweizen sogar als basenbildend, weil die Keimung das Mineralstoffprofil verbessert. Mehr dazu im Buchweizen-Ratgeber.

Sojabohnen in einer Schüssel neben einem Glas Sojamilch. Das Bild begleitet die Frage „Ist Soja basisch oder säurebildend?“ und die Einordnung von Soja in der basischen Ernährung.

Soja als pflanzliche Eiweißquelle

Soja ist kein Getreide, wird aber häufig zusammen mit Getreide als pflanzliche Eiweißalternative diskutiert. Die PRAL-Werte überraschen: Sojabohnen liegen bei -3,4 und sind damit einer der wenigen pflanzlichen Eiweißlieferanten mit negativem PRAL-Wert. In der Basenfasten-Szene wird Soja dennoch zurückhaltend bewertet, allerdings nicht wegen der Purine, denn die gehen nicht in den PRAL-Wert ein, sondern wegen anderer Kriterien wie dem Verarbeitungsgrad. Tofu und Sojamilch liegen mit PRAL -0,8 fast im neutralen Bereich. Warum die Tabellen bei Soja so weit auseinandergehen, erklärt unser Soja-Ratgeber.

Gekeimtes Getreide: was die Keimung wirklich verändert

Wenn du Getreide liebst und gleichzeitig auf deinen Säure-Basen-Haushalt achtest, lohnt sich ein Blick auf gekeimtes Getreide. Beim Keimen passiert Folgendes:

Das Enzym Phytase wird aktiviert und baut Phytinsäure ab. Phytinsäure bindet Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Zink und macht sie für den Körper schwerer verfügbar. Weniger Phytinsäure bedeutet, dass die Mineralstoffe besser aufgenommen werden. Der effektive PRAL-Wert kann sich dadurch verändern. Dass er dabei in den negativen, basischen Bereich kippt, ist wissenschaftlich nicht belegt; einige Basenfasten-Konzepte kommunizieren es aber so.

Die Wacker-Methode (Basenfasten nach Sabine Wacker) erlaubt gekeimtes Getreide ausdrücklich. Gekeimte Produkte findest du im Reformhaus, in Bio-Supermärkten und online.


Getreide beim Basenfasten

Beim strikten Basenfasten ist herkömmliches Getreide nicht erlaubt. Alle Getreidesorten fallen in die Kategorie Säurebildner, egal ob Weizen, Dinkel, Hafer oder Reis.

Erlaubt sind:

  • Hirse und Braunhirse werden von manchen Basenfasten-Konzepten toleriert, weil sie weniger stark säurebildend sein sollen als Weizen oder Roggen
  • Amaranth und Quinoa in kleinen Mengen, weil sie glutenfrei und mineralstoffreich sind

Außerhalb des Basenfastens, also in der alltäglichen 80/20-Ernährung, sind alle Getreidesorten erlaubt. Sie fallen in die 20 Prozent Säurebildner und sollten mit reichlich basischem Gemüse und Obst kombiniert werden.

Welches Getreide ist am basischsten?

Nach PRAL ist geschälter Reis mit +1,7 das basisch-freundlichste echte Getreide. Unter den Pseudogetreiden schneidet Buchweizen mit +3,7 am besten ab.

Ist Dinkel basisch oder sauer?

Dinkel hat einen PRAL von +10,0 und ist damit klar säurebildend. Er liegt sogar höher als Weizenmehl (+6,9). In der basischen Ernährung gilt Dinkel trotzdem als guter Säurebildner, weil er mehr Mineralstoffe mitbringt als Weizen.

Sind Haferflocken basisch?

Nein. Haferflocken haben mit +10,7 den höchsten PRAL unter den gängigen Getreideprodukten. Sie gelten aber als guter Säurebildner, weil sie viel Beta-Glucan, Eisen und Magnesium liefern.

Welches Getreide ist beim Basenfasten erlaubt?

Beim strikten Basenfasten sind herkömmliche Getreidesorten tabu. Hirse, Amaranth und Quinoa werden von manchen Konzepten in kleinen Mengen toleriert. Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass sich der PRAL-Wert durch Keimen in den basischen Bereich verschiebt, fehlt bislang; einige Basenfasten-Konzepte gehen aber davon aus. Herkömmlicher Weizen, Dinkel, Hafer und Reis sind beim Basenfasten tabu, weil sie nach der Stoffwechsel-Methode als säurebildend gelten.

Ist Getreide bei Übersäuerung schlecht?

Nicht grundsätzlich. Getreide ist ein wichtiger Energielieferant und gehört als guter Säurebildner in eine ausgewogene Ernährung. Bei einem Säureüberschuss lohnt es sich, den Getreideanteil zu reduzieren und auf basisch-freundliche Sorten wie Reis oder Buchweizen zu setzen.

Rein basisches Getreide gibt es laut PRAL nicht. Aber zwischen Haferflocken (+10,7) und Reis (+1,7) liegen Welten. Wer die richtigen Sorten wählt und sie mit basischem Gemüse und Obst kombiniert, muss auf Getreide nicht verzichten. Und wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen.

Wir sind für dich da!

Fragen zu Bitterstoffen oder basischer Ernährung? Wir beraten dich gerne persönlich.