Basisches Getreide: welche Sorten den Säure-Basen-Haushalt wirklich unterstützen
Streng genommen nicht. Nach der PRAL-Methode (Potential Renal Acid Load) hat jede Getreidesorte einen positiven Wert und wirkt damit säurebildend. Der Grund liegt im Proteingehalt: Getreide liefert pflanzliches Eiweiß, und Eiweiß ist der stärkste Treiber in Richtung Säurebildner in der PRAL-Formel.
Trotzdem ist die Pauschalaussage „Getreide ist sauer“ zu kurz gedacht. Zwischen Haferflocken mit PRAL +10,7 und geschältem Reis mit +1,7 liegen Welten. Die spannendere Frage ist also: Welche Sorten bringen die geringste Säurelast mit?
Die PRAL-Werte beziehen sich auf je 100 g und folgen der Methode nach Remer und Manz (1995). Werte zu Produkten, die nicht in deren Originaltabelle stehen, sind rechnerische Näherungen nach der PRAL-Formel und können je nach Nährwertquelle leicht abweichen.
Getreide / Pseudogetreide | PRAL-Wert |
|---|---|
Reis (geschält, gekocht) | +1,7 |
Buchweizen | +3,7 |
Mais | +3,8 |
Roggenmehl | +4,4 |
Weizenmehl | +6,9 |
Amaranth | +7,5 |
Hirse | +8,6 |
Dinkel | +10,0 |
Haferflocken | +10,7 |
Die Tabelle zeigt: Reis, Buchweizen und Mais bilden die basisch-freundlichste Gruppe. Amaranth, Hirse und Dinkel liegen überraschend hoch. Und Haferflocken sind der stärkste Säurebildner unter den gängigen Getreideprodukten.
In vielen Ratgebern gelten Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Hirse als „basische Getreide“. Das stimmt botanisch nicht: Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind Pseudogetreide, Hirse zählt zu den Hirseartigen. Und auch die PRAL-Werte sind positiv, das heißt es handelt sich um säurebildende Lebensmittel.
Pseudogetreide unterscheiden sich von echtem Getreide in mehreren Punkten, die für den Säure-Basen-Haushalt relevant sind:
Kein Gluten. Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind glutenfrei. Gluten selbst hat keinen Einfluss auf den PRAL, aber glutenfreie Sorten werden in der Basenfasten-Szene bevorzugt, weil sie als leichter verdaulich gelten.
Anderes Mineralstoffprofil. Buchweizen liefert viel Kalium und Magnesium, was seinen vergleichsweise niedrigen PRAL von +3,7 erklärt. Amaranth bringt zwar viel Calcium mit, hat aber auch einen hohen Proteingehalt, der den PRAL auf +7,5 treibt.
Weniger Purine als Hülsenfrüchte. Pseudogetreide können je nach Sorte und Zubereitungsform geringere Purinmengen enthalten als einige Hülsenfrüchte. Das spielt für die PRAL-Formel keine Rolle, ist aber ein Grund, warum manche Basenfasten-Konzepte Pseudogetreide milder bewerten als Hülsenfrüchte.
Die Unterscheidung zwischen echtem Getreide und Pseudogetreide lässt sich daher nicht einfach mit „basisch“ oder „sauer“ erklären. Entscheidend ist vielmehr, wie stark ein Lebensmittel aufgrund seiner Nährstoffzusammensetzung zur potenziellen Säurebelastung des Körpers beiträgt.
Wenn du Getreide liebst und gleichzeitig auf deinen Säure-Basen-Haushalt achtest, lohnt sich ein Blick auf gekeimtes Getreide. Beim Keimen passiert Folgendes:
Das Enzym Phytase wird aktiviert und baut Phytinsäure ab. Phytinsäure bindet Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Zink und macht sie für den Körper schwerer verfügbar. Weniger Phytinsäure bedeutet, dass die Mineralstoffe besser aufgenommen werden. Der effektive PRAL-Wert kann sich dadurch verändern. Dass er dabei in den negativen, basischen Bereich kippt, ist wissenschaftlich nicht belegt; einige Basenfasten-Konzepte kommunizieren es aber so.
Die Wacker-Methode (Basenfasten nach Sabine Wacker) erlaubt gekeimtes Getreide ausdrücklich. Gekeimte Produkte findest du im Reformhaus, in Bio-Supermärkten und online.
Beim strikten Basenfasten ist herkömmliches Getreide nicht erlaubt. Alle Getreidesorten fallen in die Kategorie Säurebildner, egal ob Weizen, Dinkel, Hafer oder Reis.
Erlaubt sind:
Außerhalb des Basenfastens, also in der alltäglichen 80/20-Ernährung, sind alle Getreidesorten erlaubt. Sie fallen in die 20 Prozent Säurebildner und sollten mit reichlich basischem Gemüse und Obst kombiniert werden.
Rein basisches Getreide gibt es laut PRAL nicht. Aber zwischen Haferflocken (+10,7) und Reis (+1,7) liegen Welten. Wer die richtigen Sorten wählt und sie mit basischem Gemüse und Obst kombiniert, muss auf Getreide nicht verzichten. Und wenn du deinen Säure-Basen-Haushalt zusätzlich unterstützen möchtest, findest du bei uns im Shop Basenmineralstoffe, die gut in den Alltag passen.
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