Kräuterlexikon: Zimtrinde
Zimtrinde ist die Baumrinde des Ceylon-Zimtbaums, eine Pflanzenart aus der Gattung Cinnamomum innerhalb der Familie der Lorbeergewächse. Mehrere zusammengerollte, hauchdünne Stücke der Zimtrinde, genauer gesagt der dünnen Bastschicht der Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamonum verum), werden zu Zimtstangen zusammengesteckt. Aus gemahlener Zimtrinde besteht das typische Zimtpulver, das bei jedem im Gewürzschränkchen steht. Echter Zimt vom Ceylon-Zimtbaum wird auch häufig mit Cassia Zimt vom Chinesischen Zimtbaum (Cinnamomum cassia) ersetzt. Zimtstangen aus Cassia Zimtrinde bestehen aus einem einzigen dicken Stück Zimtrinde, das sich an den Enden einrollt.
Ceylon Zimt ist die gesündere Zimt-Option: Cassia Zimt und andere Ersatz-Zimtsorten, wie indonesischer oder vietnamesischer Zimt, enthalten erhöhte Mengen an Cumarin, welches in hohen Dosen potenziell krebserregend und lebertoxisch wirkt. Cassia Zimt soll 0,2-0,3 g Cumarin pro Kilo enthalten, indonesischer und vietnamesischer sogar bis zu 9 g pro Kilogramm. Deshalb wird vom Verzehr größerer Mengen derartiger Ersatz-Zimtsorten abgeraten. Echter Zimt ist mit nur 0,02 g Cumarin auf ein Kilogramm hingegen unbedenklich.
Der Ceylon-Zimtbaum, aus dem die Zimtrinde für Echten Zimt gewonnen wird, ist ursprünglich in Sri Lanka beheimatet. Er wird heute auch in vielen weiteren tropischen Ländern wie Madagaskar und Sansibar angebaut. Er wächst auch wild auf den Seychellen, den Karibischen Inseln und in tropischen asiatischen Ländern.
Zimt werden viele therapeutische Wirkungen zugeschrieben. Zimt wirkt wärmend und Zimtrinde ist wohltuend für den Magen, denn sie kann appetitanregend und verdauungsfördernd sein und regt die Speichel- und Magensaftproduktion an.
Zimt wird auch eine blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt, was das Interesse von Patienten mit Typ-II-Diabetes weckt. Es gibt verschiedene Studien, die die blutzuckersenkende Wirkung von Zimt untersucht haben. Die Ergebnisse sind zwiegespalten: Während manche Studien bestätigen konnten, dass Zimt den Spiegel von Glukose, Cholesterin und Triglyceriden senken soll, sofern der Zimt regelmäßig in bestimmten Mengen eingenommen wird, haben andere Studien dies nicht feststellen können. Die Anwendung von Zimt zur Behandlung von Typ-II-Diabetes bleibt umstritten. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft sprechen sich dagegen aus. Wichtig ist folgendes: Zimt sollte keinesfalls als alleinige Therapie und auch als ergänzendes Mittel nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Diabetologen eingenommen werden.
In der Schwangerschaft sollte Zimt nur in kleinen Mengen und mit Vorsicht genossen werden. Grund dafür ist nicht nur die schwach ausgeprägte wehenfördernde Wirkung von Zimt. Am problematischsten ist das enthaltene Cumarin, besonders bei Cassia Zimt. Auch das Zimtaldehyd fällt ins Gewicht: Wird es in großen Mengen verzehrt, kann es dem Ungeborenen schaden. Auch stillende Frauen sollten Zimt nicht übermäßig konsumieren.
Für Schwangere ist es daher empfehlenswert, besser keine verarbeiteten und fertigen Lebensmittel mit Zimt zu sich nehmen. Besser sind selbstgemachte Mahlzeiten und Gebäck mit hochwertigem Ceylon-Zimt in Bio-Qualität.
Vom Bundeszentrum für Ernährung wird eine Höchstmenge von zwei Gramm Zimt, also etwa einem gestrichenen Teelöffel, oder 0,1 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag empfohlen.
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